Fremdbesitz-Klage wird fortgeführt

BERLIN (ks). Gehe-Chef André Blümel warb auf der 15. Apotheker-Informationstagung der Gehe für den Celesio-Coup und stellte sich den Fragen der Apotheker. Statt der angemeldeten 70 Apotheker waren höchstens 50 gekommen. Auch Apothekerkammer-Präsidentin Linz hatte kurzfristig abgesagt.

Für Blümel ein Zeichen, dass die Apothekerschaft sich passiv zeigt, statt sich der "Diskussion" aktiv zu stellen. Blümel warb mit den altbekannten Argumenten für den DocMorris-Coup: Gehe wolle den Liberalisierungsprozess nicht aktiv vorantreiben, denn das sei gar nicht mehr nötig – und DocMorris habe man kaufen müssen, um Branchenfremde fernzuhalten.

Viele Gehe-Kunden haben dafür kein Verständnis. Auf der Berliner Veranstaltung wurden kritische Fragen laut: So ist unklar, wie die Kooperation "Commitment" neben der Marke DocMorris positioniert sein soll. Steht hier Qualität gegen Discount? Muss die "Gesund leben"-Apotheke damit rechnen, dass auf der anderen Straßenseite in Kürze das DocMorris-Logo prangt? Blümel versicherte, dass Gehe in wenigen Tagen ein "trennscharfes Profil" zwischen beiden bestimmen werde.

Einige Gehe-Kunden erwarten auch, dass DocMorris auf Druck von Celesio die Betriebserlaubnis für seine Saarbrücker Fremdbesitz-Apotheke zurückgibt und damit die Klage gegen das Fremdbesitzverbot vor dem EuGH gegenstandslos würde. Diesen Wunsch wies Blümel mit der Argumentation zurück, dass dann der nächste – womöglich branchenfremde – Investor käme. Auch dieser hätte im Saarland die Betriebserlaubnis sicher und die Klage müsste von Neuem beginnen. .

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