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Demo-Impressionen: Wehe dem, der Patient ist!

Zur dritten Großdemonstration gegen die Gesundheitsreform in Düsseldorf kamen wieder mehr als 10.000 Apothekenangestellte und Apothekenleiter. Hier die "Tagebuchaufzeichnungen" der Demo-Teilnehmerin B. N.:

15. November: Abflug von Berlin um 8:15 Uhr. Treffen mit ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf am Flughafen Tegel. Shakehands und nette Begrüßung: "Wir haben heute das gleiche Ziel: die Demo in Düsseldorf".

Ankunft Düsseldorf mit 15 Minuten Verspätung. Macht nichts, dann können wir die ADEXA-Vorsitzende, Monika Oppenkowski, gleich noch begrüßen und mitnehmen.

Gemeinsame Fahrt zum Platz am Rhein. Ankunft 10:15 Uhr, noch ist es hier relativ leer. Befürchtun–gen der Veranstalter: "Schaffen wir es, die Teilnehmerzahlen von Leipzig und München zu toppen?" Doch dann füllt sich der Platz: Busse aus Hessen, Westfalen-Lippe, Rheinland-Pfalz, Nordrhein und dem Saarland kämpfen sich an den Staus vorbei.

Beginn der Kundgebung: 12:10 Uhr. Wieder sind über 10.000 ApothekenmitarbeiterInnen aller Berufsgruppen und Apothekenleiter vor Ort. Inzwischen sind alle mit Plakaten, Rasseln, Trillerpfeifen eingedeckt und die Band sorgt für aufmunternde Stimmung. Petrus ist den Demonstranten hold: Sonnenschein und +15 Grad Celsius. Die verantwortlichen Politiker, die diese Gesundheitsreform ohne Sachverstand durchpeitschen wollen, sollten sich allerdings warm anziehen!

Die Reden von Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein, Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, und von Monika Oppenkowski, der Vorsitzenden der Apothekengewerkschaft ADEXA, reißen die Teilnehmer zu Beifallsbekundungen hin. Hier ein Stimmungsbild der Demo-Teilnehmer:

  • Einsparungen im Gesundheitswesen auf Kosten der Versorgung der Patienten – mit uns nicht!
  • Was bringt es für Ersparnisse für den Staat, wenn Apotheken sterben, qualifizierte Mitarbeiterinnen entlassen werden und dann Hartz IV-Empfänger werden? Nichts!
  • Fließbandabfertigung in der Apotheke auf Kosten der Beratung, das kann doch wohl nicht wahr sein?!
  • Die Gerichte setzen mit dem Urteil zu den Rezeptsammelstellen der dm-Drogeriekette noch eins oben drauf!
  • Anscheinend soll die Apotheke zur Milchkuh der Nation werden.
  • Statt Instrumente wie Integrierte Versorgung, Hausapothekenmodell und Präventionsmaßnahmen zu fördern, schafft die Regierung Staats- und 2-Klassen-Medizin!
  • Wehe dem, der Patient ist und dann noch arm!

Rückfahrt im Taxi: Frage des Fahrers beim Anblick meiner Kamera: "Foto-Session durch Düsseldorf?" "Nein, Fotos von der Demo" "Wer demonstriert denn?" "Die Apothekenmitarbeiter und Apotheker." "So, habe ich ja gar nicht gewusst!" Ja, es wäre wohl besser gewesen, durch die Stadt zu ziehen wie in Leipzig, statt nur ortsfest auf dem Platz am Rhein zu demonstrieren. Dazu übrigens auch das Urteil einiger Kundgebungsteilnehmer: "Wieder mal sind wir nur unter uns!"

Trotzdem das Fazit: Demonstrieren ist wichtig! Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren!

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