DAZ aktuell

Europäische WHO-Konferenz zur Adipositas: Europa sagt der Fettleibigkeit den Ka

BERLIN (ks). In Europa will man künftig verstärkt gemeinsam gegen die Ausbreitung der Fettleibigkeit vorgehen. Grundlage hierfür soll eine Europäische Charta zur Bekämpfung der Adipositas sein, die am 16. November auf einer Europäischen Ministerkonferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Istanbul unterzeichnet wurde. Gesundheitsstaatssekretärin Marion Caspers-Merk bezeichnete die Charta als "wegweisend".

In der Charta nehmen sich die europäischen Länder vor, schon in den nächsten vier bis fünf Jahren sichtbare Fortschritte beim Kampf gegen die Fettleibigkeit zu erreichen – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Eine Trendumkehr will man bis spätestens 2015 geschafft haben. Dazu sind zahlreiche Maßnahmen in den unterschiedlichsten Sektoren vorgesehen.

Schwerpunkt Kinder Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei auf die Belange der Kinder gelegt werden. Sie sollen zu gesunden Verhaltens–weisen ermutigt und vor kommerziellen Einflüssen geschützt werden. So soll es auf der einen Seite Regulierungsmaßnahmen bei der Werbung für energiereiche Nahrung geben – vorgesehen sind aber auch Maßnahmen, um den Straßenverkehr sicherer zu machen und damit das Radfahren und Zufußgehen zu fördern. Als weitere Schlüsselmaßnahmen nennt die Charta die Förderung des Stillens, die Verringerung des Fett-, Zucker- und Salz–gehalts in verarbeiteten Lebensmitteln und eine Förderung von Ernährungsaufklärung und Sportunterricht in Schulen.

Prävention statt Nachsorge Caspers-Merk begrüßte das Signal aus Istanbul: Die WHO-Charta mache den gemeinsamen Willen zu noch mehr Anstrengungen zur Vermeidung gesundheitsgefährdender Fettleibigkeit deutlich. Die Staatssekretärin sieht sich zudem darin bestätigt, dass Deutschland bereits vor einigen Jahren den richtigen Weg eingeschlagen hat. So habe das Gesundheitsministerium bereits das Gesundheitsziel "Gesund aufwachsen: Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung" definiert. Zudem habe es Kampagnen zur Förderung eines gesunden Lebensstils eingeleitet. Für Caspers-Merk ist vor allem eines wichtig: "Prävention muss nachhaltig verankert und integraler Bestandteil nicht nur der Gesundheitspolitik werden."

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.