Prisma

Schmerzstudie: Unvermeidbares akzeptieren

Viele Schmerzpatienten leiden weniger unter den Empfindungen selbst als an der Ohnmacht, nichts gegen die Schmerzen ausrichten zu können. Dabei scheint für den Grad der gefühlten Pein das persönliche Kontrollbedürfnis eine wichtige Rolle zu spielen, erklären britische Wissenschaftler in einer Studie.

Je mehr man glaubt, auf Schmerzzustände oder deren Intensität Einfluss nehmen zu können, desto weniger stark werden die Beschwerden empfunden, so das Fazit der Untersuchung, die im aktuellen Journal of Neuroscience veröffentlicht wurde. Situationsabhängig gerät dabei die Hirnregion des präfrontalen Cortex mehr oder weniger in Aktion und vermittelt auf diese Weise ein Gefühl von Sicherheit.

Für die Studie wurden den zwölf Teilnehmern kleine Elektroden am Handrücken angebracht, die per Impuls die Schmerzrezeptoren reizten. Anfangs war es den Probanden möglich, den Stromfluss zu unterbrechen und somit den Schmerz zu stoppen. Im weiteren Verlauf der Untersuchung ging die Entscheidung über "on" und "off" der Schmerzen auf die Forscher über. Mittels Magnetresonanztherapie ließen sich die Hirnströme der Teilnehmer in beiden Testphasen überwachen. Die Auswertungen machten deutlich, dass im Falle der Selbstkontrolle über den Schmerz die entsprechenden Hirnregionen besonders gut durchblutet und die Beschwerden als weniger intensiv empfunden wurden. Sobald die Probanden keinen Einfluss mehr ausüben konnten, zeigte sich der präfrontale Cortex kaum aktiv und die Schmerzen erschienen stärker. Nach Angaben der Wissenschaftler war auch die grundlegende Lebenseinstellung der Teilnehmer entscheidend dafür, wie aktiv die Bereiche im Gehirn arbeiteten und mit welcher Intensität der Schmerz empfunden wurde. Jene Probanden, die sich mit der Situation abfanden, keinen Einfluss auf das An- und Abschalten der Elektroden nehmen zu können, zeigten mehr Hirnreaktionen als die Probanden mit starkem Kontrollbedürfnis. war

Quelle: Journal of Neuroscience. 26,11501-11509 (2006).

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