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Ärzte demonstrieren in der Berliner City

BERLIN (ks). Nahezu 12.000 Ärzte und Praxismitarbeiter aus ganz Deutschland haben sich nach Angaben der Veranstalter am 22. September auf dem Berliner Gendarmenmarkt zusammengefunden. Mehr als 40 Verbände hatten zur vierten Großkundgebung dieser Art aufgerufen. Die Demonstration gegen die geplante Gesundheitsreform stand unter dem Motto "Freiheit statt Sozialismus".

Für Bundesärztekammerpräsident Prof. Jörg Dietrich Hoppe geht es bei der Gesundheits–reform und die grundsätzliche Systemfrage: "Staatsmedizin oder Freiberuflichkeit?" Er ist überzeugt, dass die Reform das Gesundheitswesen in den Kollaps treiben wird und die Ärzte ihre Freiheit "endgültig verlieren" werden. Die Budgets in der ambulanten Versorgung blieben, die Rationalisierungsschraube werde aber weitergedreht und der Bundesausschuss zur "Rationalisierungsbehörde des Bundesgesundheitsministeriums", kritisierte der Ärztepräsident vor den Demonstranten. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, rief zu weiteren Protesten auf, allerdings mahnte er auch eine "Phase konstruktiver Opposition" an, "sonst wird man uns bei der nächsten Reform wieder übergehen".

Unterstützt wurde der Protest auch von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Ihre Vorstände Dr. Andreas Köhler und Ulrich Weigeldt forderten eine Euro-Gebührenordnung ohne Budgetierung: "Es gibt keinen anderen Weg, um die chronische Unterfinanzierung in der ambulanten Versorgung zu beseitigen." Zudem führe die geplante Möglichkeit für Krankenkassen, selbstständig Versorgungsverträge zu schließen, in eine "Flickenteppich-Versorgung" mit ungesicherter Qualität statt qualitätsgesicherter medizinischer Leistung.

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