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Arbeitslosenzahlen vom August 2006

Seit Jahresbeginn ist die Zahl der arbeitslosen Apothekenangestellten um 20% zurückgegangen. Das ist natürlich erfreulich. Allerdings wurden nicht im gleichen Umfang neue Stellen in den Apotheken geschaffen. Deshalb stellt sich die Frage, warum und wohin das Apothekenpersonal abwandert.

Mit 6081 arbeitslos gemeldeten Apothekenangestellten lagen die Zahlen im August 2006 deutlich unter dem Wert vom Januar (7644). Besonders stark ist der Rückgang bei den Approbierten mit -37% und bei den PKA mit -22% seit Januar. Bei den PTA und PI sind es "nur" 9% weniger als im Januar.

Auch im Vergleich mit den Zahlen von 2003 bis 2005 zeigt sich eine positive Entwicklung (siehe Grafik), allerdings ist der Vergleich mit dem August 2005 (-29%) problematisch, weil die ungewöhnlich hohen Zahlen vom Juli und August 2005 auf einer fehlerhaften Datenerfassung bei der Bundesagentur für Arbeit beruhen könnten. Speziell bei den PKA hatte es im dritten Quartal 2005 starke Ausschläge nach oben und unten gegeben, die aus Sicht von ADEXA nicht plausibel sind.

Jutta Nörenberg vom ADEXA-Bundesvorstand sieht in den diesjährigen Arbeitslosenzahlen aber kein Anzeichen für eine nachhaltige Entspannung auf dem Apothekenarbeitsmarkt.

Ob sich die Anzahl der Arbeitsplätze in Apotheken verändert hat, lässt sich erst Anfang nächsten Jahres feststellen. Nörenberg: "Gutes und qualifiziertes Personal ist schwer zu bekommen. Es ist offensichtlich aus dem Apothekenbereich abgewandert – und wird dies jetzt noch vermehrt tun, wenn sich in anderen Branchen die Zahl der offenen Stellen erhöht. Das liegt daran, dass die deutschen Apotheken in puncto Aufstiegs–chancen, Bezahlung und Betriebsklima deutlich hinter an–deren Branchen zurückbleiben. Wir befinden uns hier quasi noch in der ≠Steinzeit'."

ADEXA appelliert daher an den Tarifpartner: Lassen Sie uns das moderne und innovative leistungsorientierte Tarifmodell schnell "in trockene Tücher packen"! Die Herausforderungen, die mit der Gesundheitsreform und möglichen künftigen Änderungen des Apothekengesetzes auf die Apotheken zukommen, können nur mit motiviertem und qualifiziertem Personal gemeistert werden.

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Bundesagentur beurteilt Arbeitsmarktentwicklung positiv

"Die Arbeitslosigkeit geht zurück, Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigen, und die Zahl der offenen Stellen ist hoch", so der Kommentar von Frank-J. Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit, zum Stand der Arbeitslosenstatistik im August. Das Stellenangebot lag mit 619.000 Stellen im August 2006 deutlich über dem Vorjahreswert. Die Zahl der Arbeitslosen ist gegenüber August 2005 bundesweit um 426.000 gesunken. Als Grund für die positive Entwicklung nennt Weise die Belebung der Konjunktur, aber auch eine intensivere Betreuung der Arbeitslosen.

Dagegen ist die Lage am Ausbildungsmarkt aus Sicht der BA unverändert angespannt. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze liegt um 2% unter dem Vorjahreswert, während die Zahl der Bewerber gleich geblieben ist.

Quelle: Pressemeldung der BA vom 31.8.2006

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