Prisma

Ein Computer stellt psychiatrische Diagnosen

Um eine Schizophrenie zu diagnostizieren, bedarf es derzeit intensiver Gespräche und Verhaltensbeobachtungen durch den Facharzt. Vielleicht könnte bald ein Computersystem an seine Stelle treten.

Amerikanische und britische Wissenschaftler wollen eine lernfähige Software darauf trainieren, typische Verteilungsmuster einer bestimmten Substanz im Gehirn von Schizophreniepatienten zu erkennen. Geeignet dafür scheint N-Acetyl-L-Aspartat (NAA) zu sein, ein Stoffwechselprodukt von Nervenzellen, das bei Schizophrenie-Patienten in geringerer Menge vorliegt. Um die Software zu testen, wurde die NAA-Konzentration in verschiedenen Hirnbereichen bei neun Gesunden und neun Schizophreniekranken gemessen. Ein künstliches neuronales Netzwerk analysierte die Messdaten und speicherte die Ergebnisse.

Die Forscher gaben dann in 18 Durchgängen jeweils die ermittelten Werte von 17 Patienten frei und ließen das Netzwerk den Gesundheitszustand des verbliebenen Probanden beurteilen. Der Computer ermittelte stets fehlerfrei den Krankheitsgrad der einzelnen Probanden. In weiteren Untersuchungen sollen nun größere Probandengruppen vermessen werden. war

Quelle: New Scientist online, Meldung vom 31.7.2006

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