Prisma

"Traurige" Gene sind an Depressionen schuld

Kanadische Wissenschaftler haben ein Gen identifiziert, das eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Depressionen spielt. Wie sie vor kurzem auf einem Kongress berichteten, stellt das Gen einen viel versprechenden Ansatz für eine anti–depressive Therapie dar.

P2RX7 haben die Forscher um Nicholas Barden von der Universität Quebec ihr "trauriges" Gen genannt. Tierversuche haben gezeigt, dass das Gen in jenen Regionen des Gehirns aktiv ist, die mit Depressionen in Verbindung gebracht werden. Zwar kann P2RX7 nicht alleine die Verantwortung für Depressionen gegeben werden, dagegen spricht, dass nicht jeder P2RX7-Träger depressiv wird. Dennoch sehen die Entdecker in ihm einen interessanten Ansatz für neue antidepressive Therapien. Die derzeit existierenden Antidepressiva sorgen vor allem für eine Erhöhung der Serotoninspiegel im Gehirn.

Nachteilig dabei ist die lange Anlaufzeit bis zum Einsetzen der Wirkung. Diese ließe sich durch Aktivierung von P2RX7 möglicherweise überbrücken. Tierexperimente haben gezeigt, dass Wirkstoffe, die das P2RX7-Gen aktivieren, sofort eine antidepressive Wirkung entfalten. ral

Quelle: Forum der Federation of European Neuroscience Societies (FENS), 8.-12.7.2006, Wien, Abstract Nr. SO6.4

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