Arzneimittel und Therapie

Zulassungserweiterung: Nebivolol jetzt auch bei chronischer Herzinsuffizienz

Bisher war Nebivolol (Nebilet®) zur Behandlung der essenziellen Hypertonie zugelassen. Nebivolol hat seine Wirksamkeit auch bei älteren Patienten unter Beweis gestellt und steht ab 6. Juni 2006 für die Behandlung der Herzinsuffizienz zur Verfügung, wie die Berlin-Chemie AG mitteilte.

Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) empfiehlt in ihren Leitlinien diesen Betablocker explizit für Herzinsuffizienz-Patienten im Alter von über 70 Jahren. In der ESC-Leitlinie zur Therapie der Herzinsuffizienz wird auf die Ergebnisse der SENIORS-Studie hingewiesen, an der 2128 Patienten im Alter über 70 Jahre mit Herzinsuffizienz NYHA Klasse II oder III teilgenommen haben. Zwei Drittel der Studienteilnehmer hatten eine fortgeschrittene Herzinsuffizienz mit einer Auswurffraktion von 35% oder weniger.

Die übrigen mussten trotz relativ gut erhaltener Herzfunktion stationär behandelt werden und wurden so in die Studie aufgenommen. Die Patienten wurden placebokontrolliert mit Nebivolol behandelt, und zwar zusätzlich zu einer weitgehend optimierten Basistherapie. Durch die Gabe des hochselektiven Beta-1-Rezeptorantagonisten, der zugleich die NO-Freisetzung stimuliert, wurde die Kombination aus Gesamtsterblichkeit und Klinikeinweisungen hoch-signifikant um 14% gesenkt.

Herzfrequenz und Blutdruck reduziert

Der selektive Beta-1-Rezeptorenblocker Nebivolol ist ein Razemat aus den zwei Enantiomeren SRRR-Nebivolol (oder D-Nebivolol) und RSSS-Nebivolol (oder L-Nebivolol). Es vereint zwei pharmakologische Wirkungen: Nebivolol ist ein kompetitiver und selektiver Beta-1-Rezeptorenblocker, dieser Effekt wird dem SRRR-Enantiomer (D-Enantiomer) zugeschrieben.

Und es hat geringgradige vasodilatierende Eigenschaften, durch eine Wechselwirkung mit dem L-Arginin/Stickoxid-Stoffwechselweg.

Einmalige und wiederholte Gabe von Nebivolol reduzieren Herzfrequenz und Blutdruck in Ruhe und bei Belastung, sowohl bei normotensiven als auch bei hypertonen Patienten. Die antihypertensive Wirkung bleibt bei Langzeitbehandlung erhalten. In therapeutischen Dosen tritt kein alpha-adrenerger Antagonismus auf. Während der akuten und chronischen Behandlung von Hypertonikern mit Nebivolol wird der systemische Gefäßwiderstand vermindert. Trotz einer Senkung der Herzfrequenz bleibt der Abfall der Herzleistung in Ruhe und bei Belastung begrenzt.

ck

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