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Kassen rutschen wieder ins Minus

BERLIN (ks). Zwei Jahre lang konnte das GMG den gesetzlichen Krankenkassen finanziell Luft verschaffen. Doch die Zeit der Überschüsse ist nun vorbei.

Wie zu Wochenbeginn mehrere Zeitungen berichteten, schlossen die AOKen und Ersatzkassen das erste Quartal 2006 mit einem Defizit von zusammen mehr als einer Milliarde Euro ab.

Beim AOK-Bundesverband spricht man von einem Defizit von 444 Millionen Euro, bei den Ersatzkassen soll sich der Fehlbetrag auf 591 Millionen Euro belaufen. Die beiden Kassenarten versichern mehr als zwei Drittel aller gesetzlich Versicherten. Einen Überschuss – in Höhe von 47 Millionen Euro – vermeldeten lediglich die Innungskrankenkassen. Die Betriebskrankenkassen hatten Anfang der Woche noch keine aktuellen Daten vorliegen.

Als Grund für die neuerlichen Defizite nannten die Kassen die steigenden Leistungsausgaben und die weiterhin schwache Einnahmeentwicklung. Vor allem die Steigerungsraten bei den Arzneimittel- und Krankenhauskosten schlagen zu Buche. Die Ausgaben für die stationäre Versorgung nahmen bei den AOKen um 5,9 und bei den Ersatzkassen um 6,6 Prozent zu. Im zweiten Quartal rechnet man allerdings mit einer leichten Entspannung. Dann fließt die erste Tranche aus dem Bundeszuschuss für versicherungsfremde Leistungen. In diesem Jahr werden insgesamt 4,2 Mrd. Euro Steuergelder an die Kassen ausgeschüttet – 2007 wird dieser Zuschuss jedoch schrumpfen und noch ein Jahr später ganz gestrichen werden.

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