Prisma

Osteoporose: Cannabisrezeptor reguliert Knochenwachstum

Der ständige Auf- und Abbau unseres Knochenapparates wird hauptsächlich durch die Tätigkeit der Knochen bildenden Osteoblasten und der resorbierenden Osteoklasten geregelt. Dabei scheint ein Cannabinoidrezeptor die Aktivität der aufbauenden Zellen zu steuern.

Ist das Gleichgewicht zwischen Bildung und Resorption des Knochens zu Gunsten der abbauenden Osteoklasten gestört, kann es zur Abnahme der Knochenmasse und somit zur Erkrankung an Osteoporose kommen. Ein internationales Forscherteam entdeckte auf der Oberfläche der aufbauenden Osteoblasten nun den besonderen Rezeptor, der auf spezielle Signalmoleküle reagiert und offenbar das Knochenwachstum reguliert. Dabei handelt es sich um einen Cannabinoidrezeptor, der sich nicht in den Nervenzellen befindet und auch nicht an der psychischen Wirkung von Cannabis beteiligt ist. In einem Versuch wurde bei gentechnisch veränderten Mäusen die Funktion des Rezeptors ausgeschaltet. Infolge dessen stieg die Zahl der Osteoklasten drastisch an und die Tiere litten an Knochenschwund.

Auch beim Menschen scheint der Cannabinoidrezeptor mit der Knochendichte in Zusammenhang zu stehen. Gentests bei 400 Frauen zeigten, dass diese immer dann ein erhöhtes Risiko aufwiesen, an Osteoporose zu erkranken, wenn das für die Funktion des Rezeptors verantwortliche Gen in einer bestimmten Variante vorlag.

Möglicherweise ließe sich durch gezielte Stimulierung des Rezeptors bei den betroffenen Frauen der Knochenaufbau verstärken, meinen die Forscher. war

Quelle: PNAS, Online-Vorabpublikation, DOI: 10.1073/pnas.0504187103

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