Prisma

Vielfalt im Erbgut begünstigt Karzinome

Evolutionsbedingt kann sich eine Spezies umso besser entwickeln und vermehren, je größer der Artenreichtum ihrer Gattung ist. Gleiches gilt offenbar auch für Krebsgeschwüre, sagen amerikanische Forscher.

Über einen Zeitraum von vier Jahren untersuchten Wissenschaftler von der Universität Washington das kranke Gewebe von Patienten mit Barrett-Syndrom, einer Fehlbildung von Zellen der unteren Speiseröhre nach vorangegangener Refluxösophagitis, aus der sich ein Speiseröhrenkarzinom entwickeln kann. Bei den 268 Teilnehmern der Studie wurde das Krebsvorläufergewebe zu Studienbeginn hinsichtlich der genetischen Vielgestaltigkeit analysiert und auch während der folgenden vier Jahre regelmäßig untersucht. Beim Gros der Probanden zeigte sich zu Studienbeginn ein mehr oder weniger einheitliches Zellbild. Bei 37 Patienten fanden die Studiendurchführenden jedoch eine Vielzahl verschiedener Zellvarianten. Diese 37 Studienteilnehmer entwickelten im Lauf der Studie alle einen Speiseröhrenkrebs. Die Wissenschaftler erklären, dass sich mit jeder zusätzlichen Zellmutation das Risiko einer Karzinombildung verdoppelt. Sie vermuten diesen Zusammenhang auch bei anderen Krebsarten und hoffen darauf, mit Hilfe genetischer Biomarker die Wahrscheinlichkeit einer Tumorbildung vorhersagen zu können. war

Quelle: Nature Genetics 38, 468 - 473 (2006).

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