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Im Alter darf der Blutdruck steigen

Hypertonie stellt ein Risiko für Herz und Kreislauf dar. Junge bis ältere Menschen tun daher gut daran, auf ihren Blutdruck zu achten. Für sehr betagte Personen gilt diese Warnung allerdings nicht mehr.

Zu diesem überraschenden Ergebnis ist eine Studie an etwa sechshundert Hochbetagten in der holländischen Stadt Leiden gekommen. Die höchste Sterblichkeit hat man dort bei Personen mit einem systolischen Blutdruckwert von weniger als 140 mmHg gefunden. Bei einem Wert also, der in jungen Jahren als ideal gilt. Am kleinsten war in der Studie die Sterblichkeit bei 160 mmHg und mehr – einem Wert, den man bei jüngeren Menschen als deutlich zu hoch taxieren würde.

Auf die einfache Formel "hohes Alter – hoher Blutdruck" lässt sich das Studienresultat allerdings nicht herunter brechen. So stellten die Studiendurchführenden unter anderem fest, dass auch die "Blutdruck-Historie" offenbar eine wichtige Rolle spielt. War er schon immer zu hoch, dann führt er auch im Alter zu einer höheren Sterblichkeit. Die Sache ist also recht kompliziert. Trotzdem raten die Autoren der Studie Ärzten, bei ihren hochbetagten Patienten eine Hypertonie nicht mehr zu behandeln, sondern eher dafür zu sorgen, dass der systolische Blutdruck nicht unter den Wert von 140 mmHg fällt. azpd/ral

Quelle: J. Hypertension 24, 287–292 (2006).

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