Arzneimittel und Therapie

Kinder und Diabetes: Dianino startet das Pilotprojekt Diabetes-Nanni

Erkranken Kinder und Jugendliche an Diabetes, werden sie zunächst stationär rundum betreut. Damit sie und ihre Familienangehörigen auch nach dem Klinikaufenthalt nicht mit der neuen Situation allein gelassen werden, startete die Dianino-Stiftung im Februar das Projekt Diabetes-Nanni.

Etwa 25.000 Kinder und Jugendliche sind in Deutschland an Diabetes mellitus Typ I erkrankt. Gerade zu Beginn der Krankheit sind viele Familien von der neuen Situation und dem Umgang mit der Krankheit überfordert. Oftmals werden sie durch Unwissenheit und Ablehnung des sozialen Umfelds isoliert oder ziehen sich selber zurück. Aufgrund dieser vielschichtigen Probleme hat Ingrid Pfaff, selbst betroffene Mutter, unter dem Motto "Kindern mit Diabetes eine Zukunft" die Dianino-Stiftung ins Leben gerufen. Die Stiftung setzt sich für verbesserte Bedingungen für die betroffenen Kinder, Jugendlichen und deren Familien im Alltag und in der Klinik ein, indem sie sich direkt um die betroffenen Personen kümmert und aktiv Öffentlichkeitsarbeit leistet.

Auf Wunsch Hausbesuch

Bisher hat Dianino zwei Projekte initiiert. Seit September 2005 gibt es die Dianino-Hotline, die den Betroffenen helfen soll Probleme, die im Zusammenhang mit Diabetes stehen, zu bewältigen. Fachleute der einzelnen Themengebiete, aber auch erfahrene Eltern geben den Betroffenen Auskunft und versuchen besonders im psycho-sozialen Bereich Hilfestellungen zu geben. Fragen, die sich direkt auf die medizinische Behandlung beziehen, bleiben den betreuenden Ärzten und dem jeweiligen Diabetes-Team vorbehalten.

Das zweite Projekt, die Diabetes-Nanni, wurde nun Anfang Februar als Pilotprojekt in Baden-Württemberg gestartet. Ziel ist es, Familien, die Hilfe benötigen, vor Ort und individuell im Alltag zu unterstützen. In der Regel sind die Diabetes-Nannis Kinderkrankenschwestern, Diätassistentinnen, Fachleute aus anderen medizinisch-sozialen Berufen sowie erfahrene Mütter, die ein Dianino-Seminar besucht haben. Die Nanni arbeitet eng mit dem behandelnden Arzt und dem jeweiligen Diabetes-Team zusammen, um den Behandlungsplan des Kindes unterstützen zu können. Auf Wunsch besucht sie auch die Familien zu Hause. Die Diabetes-Nannis werden ihre ersten Einsätze in Freiburg, Heidelberg, Stuttgart und Ulm haben. Sollte das Pilotprojekt erfolgreich verlaufen, soll das Projekt erst auf Nordrhein-Westfalen und später auf weitere Bundesländer ausgeweitet werden.

Familiennahe Hilfe bei Diabetes

Mitglieder der Dianino-Stiftung sind betroffene Eltern, Mediziner, Diabetesberater, Psychologen, Rechtsanwälte sowie die Pharma-Unternehmen Roche Diagnostics und Novo-Nordisk, die die Stiftung finanziell unterstützen.

Ziele der Stiftung:

  • Einrichten eines Informations- und Beratungstelefons
  • direkte Vermittlung von Einzelfall- bzw. Familienhilfen
  • Unterstützung bei Diabetesschulungen für Kinder, Jugendliche und Eltern
  • Förderung der Akzeptanz des Diabetes in Kindergarten, Schule und Ausbildung
  • Begleitung von Kindern und Eltern bei Krankenhausaufenthalten
  • aktive Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Diabetes bei Kindern und Jugendlichen
  • kindgerechte Ausstattung von Diabeteszentren

Weitere Informationen rund um die Stiftung und die Unterstützungsmöglichkeiten finden Sie unter www.stiftung-dianino.de.

Unter der Dianino-Hotline (01 80) 2 00 01 93 stehen wochentags Experten und erfahrene Eltern den Anrufern mit Rat und Tat zur Seite.

Das könnte Sie auch interessieren

Leitliniengerechte Therapie des Typ‑1-Diabetes im Kindes- und Jugendalter

Kinder mit Diabetes

Neue Ansätze in der Prävention der Autoimmunerkrankung

Typ-1-Diabetes aufhalten

Apotheker Helfen e. V. unterstützt Verein in Kaliningrad

Hilfe für an Diabetes erkrankte Kinder

Werbung zu Glycowohl® für Diabetiker und „Prä“-Diabetiker lässt aufhorchen

„Damit auch Sie keinen Diabetes bekommen!“

Mars sponsert Initiative gegen Übergewicht

Diabetes Gesellschaft kritisiert Staatsministerin Özoğuz

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.