Kampf um Arbeitsplätze: Statements von Demo-Teilnehmern

MÜNCHEN (lub). Warum haben Apothekerinnen, Apotheker, PTA und PKA an der Protestkundgebung teilgenommen? Frust, Wut, der Kampf um den Arbeitsplatz und die Sorge um die Zukunft der Arzneimittelversorgung sind die Motive. Resignation ist noch nicht zu spüren. Man will kämpfen bis zum Schluss. Hier die Statements von Teilnehmern.

Apotheker Hubert Kaps, Regnitz-Apotheke in Erlangen:

Ich möchte hier ein persönliches Zeichen setzen: diese so genannte Gesundheitsreform soll doch bloß die Koalition zusammenhalten, an den eigentlichen Problemen geht sie vorbei! Wir müssen Flagge zeigen, wir müssen aktiv werden. Sonst können wir bald einpacken!

Apotheker Klaus Szameitat, Rhein-Apotheke in Neuried-Ichenheim, Südbaden:

Ich bin um 5 Uhr 15 in den Bus gestiegen, um zur Demo zu fahren. Es ist die allerletzte Chance für uns Pharmazeuten! Wir müssen den Leuten zeigen, dass wir immer da sind und auf dem Land wie bei mir, da arbeiten wir oft 24 Stunden rund um die Uhr. Ich bin total sauer auf das Urteil aus Münster: dass dm, Schlecker und Co. jetzt Rezeptsammelstellen einrichten dürfen und wir nicht – ein Witz, unglaublich! Ich werde auch eine beantragen, mal sehen, was passiert!

PTA Anja Herrmann, Alte Apotheke in Mannheim:

Ich kann und will nicht warten, bis die Politik uns völlig niedermacht! Ich hab Angst um meinen Arbeitsplatz, auch darum geht es, gerade für die vielen Frauen in den deutschen Apotheken! Dass so viele nach München gekommen sind, das ist ein schöner Erfolg. Ich würde sofort wieder auf die Straße gehen. Unser Chef hat uns ausdrücklich zum Demonstrieren geschickt, er selbst hält in unserer Offizin den Notbetrieb aufrecht!

Apotheker Jens Landwehr, Rathaus-Apotheke in Bayreuth:

Vielleicht können wir das Ruder noch rumreißen, vielleicht erkennen die Politiker doch noch, was wir gerade an sozialen Aufgaben leisten. Wir arbeiten doch im Verborgenen! Eigentlich müssten hier in München alle dabei sein und alle Apotheken einen Tag dicht machen – dann würden die endlich was merken!

Apothekerin Sibylle Kraus, Beethoven-Apotheke in Nürnberg:

Ich bin nach München gekommen, um zu zeigen, dass wir für unsere Arbeitsplätze kämpfen und dafür, dass auch in Zukunft die Bevölkerung kompetent mit Medikamenten versorgt werden kann. Wir Apotheker hätten von Anfang an gemeinsam mit den Ärzten demonstrieren sollen – das hätte viel besser gewirkt. Meiner Meinung nach hätten es heute noch viel mehr Demonstranten sein müssen, aber an die 10.000, das ist auch was!

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