Statistik Arzneimittelmarkt: Weiter rückläufige Entwicklung

(ims/az). Das Institut für Medizinische Statistik IMS Health hat in diesen Tagen seinen Bericht zur Entwicklung des Pharmamarktes im August 2006 vorgelegt. Danach zeigt sich, dass sich bei rezeptpflichtigen Präparaten der bereits in den Vormonaten zu beobachtende Rückgang fortgesetzt hat Der Markt der Generika dagegen wächst deutlich. Nachfolgend bringen wir die zusammenfassende Bewertung der Marktentwicklung durch IMS Health.

Der Umsatz des gesamten deutschen Pharmamarktes beläuft sich im August 2006 auf 2,0 Mrd. Euro, was gegenüber dem Vergleichsmonat 2005 einen Rückgang von -2% bedeutet. Der Absatz auf Basis von Zähleinheiten geht um -1% zurück. Damit setzt sich die seit Juni zu beobachtende, auf Maßnahmen des AVWG zurückzuführende rückläufige Entwicklung fort.

Klinikmarkt

Der Umsatz des deutschen Klinikmarktes im August 2006 beläuft sich auf 276 Mio. Euro, was einen Rückgang von -1,4% bedeutet. Der Verbrauch in Zähleinheiten stagniert mit -0,2% nahezu. Von den Marktsegmenten Originale mit und ohne Nachahmerverfügbarkeit und Generika verzeichnen letztere in der monatlichen Entwicklung seit Jahresbeginn nach Verbrauch die größten Zuwächse bzw. geringsten Rückgänge. Bei einer Reihe von Arzneimittelgruppen dominieren in der Klinik Generika bereits als am häufigsten eingesetzte Art von Medikamenten.

Apothekenmarkt

Der Umsatz des deutschen Apothekenmarktes auf Basis der Einkäufe beläuft sich im August 2006 auf 1,7 Mrd. Euro zu Herstellerabgabepreisen ohne Berücksichtigung der gesetzlich vorgeschriebenen Rabatte. Das bedeutet einen Rückgang von rund -2% gegenüber August 2005. Nach Menge ist der Markt um -3% rückläufig. Die zurückgehende Umsatzentwicklung betrifft Generika und "Alt-Originale", nicht jedoch Präparate ohne Nachahmerverfügbarkeit.

Bei rezeptpflichtigen Präparaten setzt sich im August der bereits in den Vormonaten zu beobachtende Rückgang fort. Er beträgt nach Umsatz -3% und nach Absatz -7%. Hier ist zu berücksichtigen, dass seit dem Inkrafttreten des AVWG ein Trend zur Verordnung größerer Packungen festzustellen ist. Der Kostendruck macht sich zunehmend auch in den Verordnungen von Fachärzten bemerkbar. Ähnlich wie bei Praktikern und Internisten nehmen die Verordnungen von Generika seit Inkrafttreten des AVWG zu. Bei rezeptfreien Medikamenten setzt sich im August der ebenfalls seit einiger Zeit festzustellende Trend eines höheren Umsatz- als Absatzwachstums bzw. geringeren Umsatz- als Absatzrückgangs fort. Die Entwicklung im August liegt bei +4% nach Umsatz und +1% nach Absatz.

Im Ein-Jahreszeitraum September 2005 bis August 2006 erreicht der deutsche Apothekenmarkt auf Basis der Apothekeneinkäufe ein Umsatzvolumen von 22,4 Mrd. Euro, was einen Zuwachs von +5% ausmacht, während die Menge um -1% rückläufig ist.

Einsparungen durch Herstellerrabatte

Die Arzneimittel-Einsparungen durch Herstellerrabatte für die GKV belaufen sich in den ersten acht Monaten des Jahres 2006 auf rund 602 Millionen Euro. Der Anteil der Rabatte, die durch Hersteller im generikafähigen Segment geleistet werden, hat sich zwischen April und August von 37% auf knapp 30% reduziert.

Eine Analyse zur Therapiesituation bei der Alzheimer-Erkrankung weist einen wachsenden Bedarf aus. Allein innerhalb der letzten vier Jahre stiegen die Verordnungen bei dieser Diagnose um 39%. Dabei kommt innovativen, spezifischen Anti-Alzheimer-Präparaten eine wachsende Bedeutung zu.

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