Prisma

Stress lässt sich mit Zucker versüßen

Gute Nachrichten für Naschkatzen: Zucker scheint in physischen wie psychischen Stresssituationen wahre Nervennahrung zu sein. Ratten zumindest reagierten auf entsprechende Belastungen mit einer verringerten Ausschüttung von Stresshormonen, sofern sie zuvor Zuckerwasser getrunken hatten.

Yvonne Ulrich-Lai und ihre Kollegen von der University of Cincinnati fütterten männliche Ratten zweimal täglich mit Lösungen aus Saccharose bzw. aus dem Süßstoff Saccharin. Nach zwei Wochen wurden die Tiere für 20 Minuten in eine sehr beengte Röhre gesperrt oder mussten sich in sauerstoffarmer Luft aufhalten.

Die Ratten, die die Zuckerlösungen getrunken hatten, zeigten in beiden Stresssituationen eine geringere Ausschüttung der beiden Stresshormone ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) und Corticosteron, verglichen mit Tieren, die lediglich Wasser erhalten hatten. Bei den Ratten, die mit der Süßstofflösung gefüttert worden waren, war die Ausschüttung lediglich in der beengten Röhre ein wenig reduziert. Auch wenn diese Resultate möglicherweise neue Wege aufzeigen, Stressreaktionen des Körpers zu dämpfen, sollte man diese Art der Stressbewältigung besser nicht übertreiben – andernfalls ist der Stress beim Zahnarzt vorprogrammiert. az

Quelle: Vortrag auf dem Jahrestreffen der Society of Neuroscience, Washington D.C.; http://web.sfn.org/am2005

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