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Apotheker ohne Grenzen: Unsinnige Arzneispenden vermeiden

(aog/daz). Über einen Monat nach dem Erdbeben leidet die Bevölkerung im Norden Pakistans und den angrenzenden Gebieten noch immer unter den Folgen der verheerenden Naturkatastrophe. Inzwischen steht der Wintereinbruch unmittelbar bevor. Nach der Soforthilfe starten die Apotheker ohne Grenzen (AoG) nun erste mittelfristige Hilfsprogramme. Dabei warnen sie vor unsinnigen Arzneispenden.

Vor wenigen Tagen kehrte das letzte AoG-Katastrophenteam aus seinem Einsatz in Manserha zurück. Dort hatten die Apotheker ohne Grenzen gemeinsam mit einem Humedica-Ärzteteam über Wochen medizinische Hilfe geleistet. Die Pharmazeuten koordinierten die sachgerechte Arzneimittelversorgung und betrieben eine der Ambulanz angegliederte Behelfsapotheke.

Leider landeten wie in den vom Tsunami betroffenen Gebieten auch in Pakistan große Mengen ungeeigneter Arzneispenden. "Der medizinische Müll wurde zum Teil in den Straßengraben gekippt und von dort mit einem kleinen LKW abgeholt, manchmal auch vor Ort verbrannt", so AoG-Mitarbeiterin Apothekerin Christl Trischler. Wie zuletzt während der Flutkatastrophe gefährden in guter Absicht gespendete, aber völlig unbrauchbare Medikamente die öffentliche Gesundheitsversorgung und stellen die lokalen Behörden vor Entsorgungsprobleme. Hilfslieferungen mit Medikamenten und medizinischen Gütern müssen daher unbedingt bedarfsorientiert und zielgerichtet stattfinden, warnt Dr. Thomas Bergmann, AoG-Einsatzleiter Pakistan.

Die Versorgung der Bevölkerung mit essenziellen Arzneimitteln und Hilfsgütern steht auch im Mittelpunkt des nun anlaufenden mittelfristigen Hilfsprogramms. Die Apotheker ohne Grenzen arbeiten vor Ort mit zwei pakistanischen Hilfsorganisationen zusammen. Die deutschen Helfer betreuen verschiedene Ambulanzen und Kliniken und bemühen sich vor allem um traumatisierte Kinder.

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