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Homöopathen verteidigen ihr Therapiekonzept

BERLIN (ks). Die Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen ist in den vergangenen Monaten wiederholt in Frage gestellt worden. Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) weist diese Kritik jedoch zurück. Die Homöopathie sei ein "unverzichtbarer Baustein" der allgemeinmedizinischen Krankenversorgung, erklärte der DZVhÄ-Vorsitzende Lars B. Stange am 11. November in Berlin.

Stange verwies auf die langjährige erfolgreiche Anwendung der Homöopathie. Die bei den Deutschen beliebteste alternative Therapierichtung sei in Deutschland fester Bestandteil der ärztlichen Weiterbildungsordnung und werde von immer mehr Krankenkassen erstattet. Das ganzheitliche Konzept weise vielfach schon nach kurzer Behandlungszeit langfristige Erfolge auf. Zudem habe die Homöopathie einen präventiven Effekt, da sie eine höhere Selbstverantwortung im Gesundheitsverhalten fördere. Stange verwies darauf, dass Homöopathie insbesondere bei Infekten, Kinderkrankheiten und Schlafstörungen sowie bei schulmedizinisch austherapierten Patienten mit meist schwereren, chronischen Erkrankungen erfolgreich angewendet werde. Er warnte zugleich vor einer homöopathischen Selbstmedikation. Da es sich um eine sehr individuelle Therapie handle, sollte stets ein homöopathisch ausgebildeter Mediziner zu Rate gezogen werden.

Studien nach Goldstandard kaum durchführbar

Kritiker der Homöopathie bemängeln stets eine ungenügende Studienlage. So werden Untersuchungen mit homöopathischen Arzneimitteln in der Regel nicht randomisiert durchgeführt. Prof. Dr. Stefan Willich von der Charité Berlin erläuterte, dass eine solche zufällige Zuteilung schwierig sei, weil die Patienten in der Regel eine eindeutige Präferenz – wahlweise zur Schulmedizin oder zur Homöopathie – haben. Doch auch prospektive, vergleichende und multizentrische Kohortenstudien sind Willich zufolge aussagekräftig. Derartige Untersuchungen bei Patienten mit chronischen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Depressionen, Schlafstörungen oder Sinusitis, haben gezeigt, dass bei einer homöopathischen Behandlung mindestens ebenso gute Heilungschancen bestehen wie bei einer schulmedizinischen Therapie. Willich betonte zudem, dass eine homöopathische Behandlung nicht nur durch die Gabe eines entsprechenden Arzneimittels gekennzeichnet sei. Für eine wirksame Therapie sorge nicht nur das homöopathische Mittel, sondern der gesamte ganzheitliche Ansatz.

Erfolge auch in der Intensivmedizin

Aber nicht nur homöopathisch ausgebildete Allgemeinmediziner schwören auf ihre alternative Heilmethode. Auch in der Intensivmedizin kann die Homöopathie Erfolge aufweisen. Prof. Dr. Michael Frass von der Universitätsklinik Wien berichtete von zwei Studien, die auf Intensivstationen mit Sepsis-Patienten und Patienten mit übermäßig zähen trachealen Sekretionen durchgeführt wurden. In beiden Fällen ließen sich nach der Gabe homöopathischer Arzneimittel signifikante Verbesserungen nachweisen. Angesichts der Tatsache, dass sich die behandelten Patienten in einem künstlichen Tiefschlaf befanden, könne man hier Placeboeffekte ausschließen, betonte Frass.

Die Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen ist in den vergangenen Monaten wiederholt in Frage gestellt worden. Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) weist diese Kritik jedoch zurück. Die Homöopathie sei ein "unverzichtbarer Baustein" der allgemeinmedizinischen Krankenversorgung.  

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