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Diabetes durch Testkombinationen früher erkennen

Ein unbehandelter Typ-I-Diabetes geht in der Regel mit einer verkürzten Lebenserwartung einher. Zudem beeinträchtigen die Spätfolgen wie Gefäßerkrankungen und Störungen des Nervensystems die Lebensqualität erheblich. Daher fordern amerikanische Wissenschaftler verstärkt kombinierte Testverfahren zur Früherkennung der Zuckerkrankheit.

Verwandte von Patienten mit Typ-I-Diabetes entwickeln die Stoffwechselerkrankung häufiger als Menschen, in deren Familien keine derartigen Krankheiten aufgetreten sind. Charakteristisch ist das Auftreten spezifischer Autoantikörper gegen die Insulin produzierenden B-Zellen der Bauchspeicheldrüse. Diese Inselzellantikörper lassen sich bei 60 bis 90 Prozent der neu entdeckten Typ-1-Diabetiker nachweisen und gelten als Goldstandard bei der Diagnostik. Gleichzeitig finden sich bereits viele Jahre vor der Entwicklung eines manifesten Diabetes Antikörper gegen Insulin im Blut, die die biologische Wirksamkeit des Hormons herabsetzen. Vor allem bei diabetischen Kindern unter fünf Jahren sind die Insulinantikörper bis zu 100 Prozent nachweisbar. Weitere Antikörper, z. B. gegen Glutaminsäure-Decarboxylase oder Tyrosinphosphatase, sind ebenfalls an der Zerstörung der B-Zellen beteiligt.

Bei einem Treffen der Amerikanischen Medizinischen Gesellschaft wurde anhand einer Studie deutlich gemacht, dass durch den Nachweis der am Typ-I-Diabetes beteiligten Antikörper in Kombination mit klinischen und metabolischen Parametern genauere Voraussagen über das Erkrankungsrisiko erfolgen können. Den Ergebnissen zufolge bedeutet der Nachweis zwei der häufigsten Antikörper, innerhalb der nächsten zehn Jahre mit einer Wahrscheinlichkeit von 14 Prozent an Diabetes zu erkranken. Treten zusätzlich Inselzellantikörper auf, steigt das Risiko auf 80 Prozent. war

Quelle: Vortrag bei einem Treffen der Amerikanischen Medizinischen Gesellschaft in New York

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