Ernährung aktuell

Für starke Frauen - die Vollweib-Diät

Die Vollweib-Diät von Christine Neubauer, die wir Ihnen in dieser Folge unserer Serie "Diäten unter der Lupe" vorstellen, ist eigentlich keine Diät, sondern ein umfassendes Programm, das zum Wunschgewicht führen soll. Vor allem ist es eine Absage an Schönheitsideale und Diätenzwang – im Vordergrund steht der Einklang mit dem eigenen Körper. Das Wohlfühlgewicht ist das Ziel nach dem Motto "von XL zu M".

Die Schauspielerin Christine Neubauer beschreibt und vertritt ihre Vollweib-Diät aus eigener Erfahrung. Jahrelang steckte sie in der "Diät-Spirale", bis sie Schluss damit machte, Models wie Claudia Schiffer nachzueifern. Ihre Erkenntnis aus dieser Zeit: Hungern macht nicht schlank, weil der JoJo-Effekt das verhindert. Heute steht sie zu ihren weiblichen Formen, genießt es wieder zu essen und hat ihr Wohlfühlgewicht durch Ernährungs- und Lebensumstellung erreicht. Mit ihrem Prinzip verlor Christine Neubauer in zwei Jahren 15 Kilo Gewicht – und fühlt sich heute rundum wohl als "Vollweib".

Das Diätprinzip

Die Vollweib-Diät zielt auf eine Ernährungsumstellung ohne Kalorienzählen und Hungern. Es wird eine abwechslungsreiche, fettreduzierte Mischkost unter Berücksichtigung des glykämischen Index empfohlen. So stehen auf dem täglichen Speiseplan vor allem Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreideprodukte sowie Fisch (mehrmals pro Woche). Sparsam im Verzehr sollte mit Fleisch umgegangen werden (einmal pro Woche). Pflanzliche Öle werden bevorzugt.

Die 5 Regeln der Vollweib-Diät

Fünf Regeln gilt es bei der Vollweib-Diät zu beachten:

  • Mit Lust essen: Das bedeutet, die Mahlzeiten langsam und in Ruhe zu genießen. So kaut man auch gründlicher und die Nahrung wird besser verdaut. Außerdem stellt sich das Sättigungsgefühl erst nach 15 bis 20 Minuten ein.
  • Wenig Fett: Jedes Gramm, das nicht verbraucht wird, bleibt in den Fettdepots. Unser Organismus benötigt zwar Fett, doch es muss das richtige sein. Fischöl und pflanzliche Fette enthalten überwiegend ungesättigte Fettsäuren – wichtig für Gefäße, Nerven und Gehirn.
  • Kaum Zucker: Er regt die Produktion des Hormons Insulin an. Wenn viel Insulin im Blut vorhanden ist, wird kein Fett verbrannt.
  • Kein weißes Mehl: Auch die Kohlenhydrate in hellem Mehl regen die Insulinproduktion an. Deshalb ist Vollkorn- besser als Weißbrot.
  • Regelmäßige Bewegung: Dreimal pro Woche 30 Minuten Ausdauersport kurbeln den Stoffwechsel an. Tipp von Christine Neubauer: "Laufen Sie langsam! Nur dann verbrennt der Körper Fettdepots." Hilfreich ist auch der "Sport für zwischendurch", also Treppe statt Fahrstuhl.

 

Die Durchführung der Vollweib-Diät

Ein Motto von Christine Neubauer lautet: Wer abnehmen will, muss essen. Deshalb gibt es auch leckere Rezepte unter Berücksichtung des Glyxs, die nicht nach Diät aussehen. Die Zubereitung der Speisen dauert durchschnittlich 40 Minuten. Es kann ohne Abwandlungen für die Familie mitgekocht werden. Einige Gerichte eignen sich auch für die Mitnahme ins Büro. Und: Abnehmen beginnt im Kopf. Damit wird das umfangreiche Motivationsprogramm in die Wege geleitet. Hiermit, und mit dem weiteren Standbein "Bewegung", soll die Vollweib-Diät zum Erfolg führen. Für Christine Neubauer ist "tägliche Bewegung sehr wichtig". Wer es schaffe, drei bis viermal pro Woche mindestens 30 Minuten Sport zu machen, würde seinem Körper damit "etwas wirklich Gutes" tun und könne so auch sein Gewicht halten.

Die Diät aus ernährungsphysiologischer Sicht

Das Konzept der Vollweib-Diät, eine vernünftige Ernährungsumstellung mit sportlicher Betätigung zu kombinieren, ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht nur zu begrüßen. Die Vollweib-Diät ist weniger eine Diät zur Gewichtsreduktion als vielmehr ein Ratgeber, wie man aus dem Diätkarussell aussteigen kann. Sie lehnt sich an eine abwechslungsreiche Mischkost an und sorgt so für eine ausgewogene Nährstoffzufuhr. Zielsetzung ist eine langfristige Ernährungsumstellung und eine Steigerung der körperlichen Aktivität.

Fazit

Das Programm macht allen Frauen – und warum nicht auch Männern? – Mut, die nicht unbedingt wie Twiggy aussehen oder Waschbrettbauch anstreben, aber dennoch ihr Gewicht in einen gesunden Bereich bringen wollen – dauerhaft versteht sich. Bewusste Ernährung und gezielte Bewegung sind die Basis dafür. Übrigens: Öko-Test verlieh der Vollweib-Diät das Prädikat Sehr gut.

Eva-Maria Schröder, Tutzing

Die Serie im Überblick

Von unserer Serie "Diäten unter der Lupe" sind bisher erschienen:

  • Teil 1: Trennkost (DAZ Nr. 12/2005, S. 82f)
  • Teil 2: Atkins-Diät (DAZ Nr. 14/2005, S. 68f)
  • Teil 3: Glykämischer Index (DAZ Nr. 17/2005, S. 77f)
  • Teil 4: South Beach und LOGI (DAZ Nr. 20/2005, S. 86f)
  • Teil 5: Montignac-Methode und Low Fett 30 (DAZ Nr. 23/2005, S. 72f)
  • Teil 6: Mischkost (DAZ Nr. 25/2005, S. 96f)
  • Teil 7: Weight Watchers (DAZ Nr. 27/2005, S. 86f)
  • Teil 8: PfundsKur (DAZ Nr. 29/2005, S. 68f)
  • Teil 9: Forever young (DAZ Nr. 31/2005, S. 69f)
  • Teil 10: Das BCM-Programm (DAZ Nr. 33/2005, S. 62f)
  • Teil 11: Formuladiäten (DAZ Nr. 36/2005, S. 63f)
  • Teil 12: Blutgruppendiät (DAZ Nr. 37/2005, S. 94f)
  • Teil 13: Magische Kohlsuppe (DAZ Nr. 40/2005, S. 89f)

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.