Arzneimittel und Therapie

Kolorektalkarzinom: Neue Kombinationen mit Bevacizumab

Seit Anfang 2005 ist der Angiogenesehemmer Bevacizumab (Avastin®) in Kombinationstherapien zur Erst-Linien-Behandlung des metastasierten Kolon- oder Rektumkarzinoms zugelassen. Auf dem diesjährigen Kongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) wurden Studien mit neuen Kombinationspartnern von Bevacizumab vorgestellt.

In den Studien, die zur Zulassung geführt hatten, war Bevacizumab mit 5-FU/Folinsäure i. v. oder 5-FU/Folinsäure/Irinotecan i. v. kombiniert worden. Neben Irinotecan ist auch Oxaliplatin Standard in der Therapie des fortgeschrittenen Kolorektalkarzinoms. Man erhofft sich nun auch mit diesem Kombinationspartner eine gute Wirksamkeit.

Hochsignifikante Wirkung bei vorbehandelten Patienten

Die randomisierte Phase-III-Studie E3200 schloss 829 Patienten mit fortgeschrittenem Kolorektalkarzinom ein, die bereits mit 5-FU- und Irinotecan-haltigen Regime therapiert worden waren. Sie wurden anschließend entweder mit Bevacizumab allein (BEV), mit dem FOLFOX4-Regime (zweimal wöchentlich 5-FU/Folinsäure/Oxaliplatin) oder mit einer Kombination aus beiden Regime behandelt.

Es zeigte sich eine hochsignifikante Überlegenheit der FOLFOX4-Bevacizumab-Kombination gegenüber den FOLFOX4- und BEV-Armen hinsichtlich der Ansprechrate (21,8 vs. 9,2 vs. 3%), der medianen progressionsfreien Überlebenszeit (7,4 vs. 5,5, vs. 3,5 Monate) sowie der medianen Gesamtüberlebenszeit (12,5 vs. 10,7 vs. 10,2 Monate). Die Toxizität (Bluthochdruck, Hämorrhagien, sensorische Neuropathien) war unter der Kombination jedoch signifikant erhöht. Zum Beispiel traten Grad-3-Neuropathien bei 14,9% der Patienten, unter FOLFOX 4 allein bei 8,4% und unter Bevacizumab allein bei unter einem Prozent der Patienten auf.

Auch nicht vorbehandelte Patienten profitieren

Zwei weitere Studien überprüften Bevacizumab in der Erst-Linien-Therapie des metastasierten Kolorektalkarzinoms. Der Angiogenesehemmer wurde gemeinsam mit dem FOLFOX-Regime, mit einer Kombination mit 5-FU-Bolusgabe (5-FU/Folinsäure/Oxaliplatin) oder einer Capecitabin-Oxaliplatin-Kombination verabreicht. Verglichen wurden die Ergebnisse mit den gleichen Regimes, jeweils ohne Bevacizumab. Es zeigte sich bei allen drei Kombinationen eine signifikant erhöhte Ansprechrate durch Zusatz von Bevacizumab. Die Grad 3/4-Toxizität, sichtbar vor allem an Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen, Durchfälle und Neutropenie, hielt sich unter der Therapie auf akzeptablem Niveau.

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