Ernährung aktuell

Diäten unter der Lupe (Teil 7): Abnehmen mit dem Weight Watchers Programm

Bereits in Folge 6 unserer Serie "Diäten unter der Lupe" (DAZ Nr. 25/2005, S. 96 f) haben wir Diätprogramme vorgestellt, die auf einer kalorienreduzierten Mischkost basieren. Das gilt auch für das Weight Watchers Programm, das Thema der heutigen Folge ist. Es gibt hier keine einseitige Nährstoffbetonung, zum Abnehmen werden die Kalorien reduziert, Gruppentreffen unterstützen die Durchführung, Bewegung verschafft "Bonuspunkte" und unterstützt die Gewichtsreduktion.

Die Weight Watchers sind ein Unternehmen, das kostenpflichtige Hilfe zur Gewichtsabnahme anbietet. Seit etwa 30 Jahren wird das aus den USA stammende Programm auch bei uns angeboten. Im Mittelpunkt steht das regelmäßige Treffen in einer Gruppe Gleichgesinnter. Diese Gruppe wird von einem psychologisch/medizinisch geschulten Laien betreut, der mit Weight Watchers bereits selbst erfolgreich abgenommen hat. Die Erfolge der einzelnen Teilnehmer werden in der Gruppe kritisch überwacht.

Punkte sind die Basis

Die Weight Watchers haben spezielle Programme entwickelt, die das Abnehmen erleichtern sollen: Das bisher bekannteste nennt sich "Points Plus". Dabei werden Lebensmittel mit Punkten gekennzeichnet – wobei ein Lebensmittel umso mehr Punkte hat, je fetter oder zuckerreicher es ist. Besonders hohe Punktwerte haben Schokolade, Chips oder Alkohol. Eine umfangreiche Liste, der "Pointfinder", gibt Auskunft darüber, welches Lebensmittel wie viele Punkte hat. Pro Tag und Woche ist nur eine bestimmte Menge an Punkten erlaubt. Der Speiseplan des Einzelnen wird in einem Protokoll festgehalten. Die Bilanz sollte am Ende der Woche ausgeglichen sein. Die Verteilung bzw. Auswahl der Lebensmittel bleibt den Teilnehmern jedoch selbst überlassen. Zwar sollten Alkohol und Süßigkeiten eingeschränkt werden, sie sind aber nicht verboten. Süßes lässt sich ebenso einplanen wie Fettes, Festessen oder kalorische "Ausrutscher" im Urlaub. Auch lassen sich Punkte sparen: Bis zu vier Punkte am Tag und 28 pro Woche sind gestattet. Die so erworbenen "Fiesta Points" dürfen dann bei der Party am Wochenende "verprasst" werden. Für Bewegung gibt es darüber hinaus "Bonus Points".

Das neue Programm

"FlexPoints" Seit ca. einem Jahr gibt es ein neues Programm bei den Weight Watchers: FlexPoints ist flexibel und soll zu jedem Lebensstil passen. Das Programm basiert wie seine Vorgänger auf den vier Säulen Ernährungsumstellung, Verhaltensmodifikation, Bewegungssteigerung und langfristige Unterstützung durch Weight Watchers Treffen. Es entspricht damit den Empfehlungen der Deutschen Adipositas-Gesellschaft und setzt zudem die Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung um: Grundlage des Ernährungskonzepts FlexPoints ist eine energiereduzierte, fettmodifizierte und ballaststoffreiche Mischkost mit viel Obst und Gemüse.

Auch bei diesem Programm sind die Punkte die Alternative zum Kalorienzählen. Die gesetzlich geschützte "Weight Watchers Währung" (Points®) berücksichtigt den Kalorien- und Fettgehalt eines Lebensmittels. Ein Brötchen hat z. B. einen Points-Wert von 2, ein Stück Obstkuchen von 4 und eine Schweinsbratwurst von 12,5. Viele Obst- und Gemüsesorten haben dagegen einen Points-Wert von 0 und können damit in beliebiger Menge gegessen werden.

Treffen mit Gleichgesinnten

Die Weight Watchers Treffen sind ein zentraler Bestandteil des Programms und wichtig für den Erfolg der Teilnehmer. An Kosten werden eine Einschreibgebühr von ca. 15 Euro und wöchentliche Kursgebühren von ca. acht bis zehn Euro fällig. Man kann jederzeit starten, denn die Gruppen sind "offene" Treffen: Einige der Teilnehmer stehen bereits kurz vor dem Erreichen ihres Ziels, andere haben gerade erst angefangen und wiederum andere haben ihr Wunschgewicht bereits erreicht. Ein Treffen dauert ca. eine Dreiviertelstunde und wird von einem ausgebildeten Gruppenleiter geleitet. Die regelmäßigen Treffen sollen dabei helfen, am Ball zu bleiben. Wichtig für den langfristigen Erfolg ist die Betreuung auch nach der eigentlichen Abnehmphase. Weight Watchers bietet den Teilnehmern, die ihr Zielgewicht erreicht und sechs Wochen gehalten haben, einen besonderen Service an: Solange sie nicht mehr als zwei Kilogramm zunehmen, werden sie Gold-Mitglied und können die Treffen kostenlos weiter besuchen.

So funktioniert

das FlexPoints- Programm Für jeden neuen Teilnehmer an einem Weight Watchers Treffen wird zu Beginn eine individuelle Punktzahl festgelegt, die am Tag "verbraucht" werden darf. Die so genannte Points-Analyse besteht bei FlexPoints aus vielen Variablen: Es werden Geschlecht, Gewicht, Größe, aber auch das Alter und die Art der Bewegung im Job berücksichtigt. Im Focus steht das Wohlbefinden der Teilnehmer während des Abnehmens. Regelmäßige Bewegung ist dabei ein wichtiger Bestandteil. FlexPoints bietet verschiedene Trainingspläne, die unterschiedlichen Bewegungsstilen entsprechen.

Zusätzliche "Hilfsmittel"

In Ergänzung zu den Treffen bietet Weight Watchers auf die Bedürfnisse von Abnehmenden abgestimmte Produkte im Lebensmitteleinzelhandel an. Es sind dies zum Beispiel Wurstwaren, Salate oder Dressings. Mit der Einführung von FlexPoints wurde das Sortiment um weitere Artikel erweitert. Außerdem gibt es einen regelmäßig überarbeiteten und erweiterten Einkaufsführer. Mehr als 16.000 Produkte sind darin mit Points-Angaben gelistet. Die meisten bekannten Marken sind vertreten, auch das Aldi- und Lidl-Produktsortiment ist enthalten. Ergänzend dazu bietet ein Restaurantführer verschiedene Rubriken. Für alle, die gerne auswärts essen, erleichtern Kapitel wie "Jahrmarkt", "Kino" oder "Weihnachtsmarkt" den Umgang mit Points.

Eine spezielle Weight Watchers-Lebensmittelwaage beinhaltet die Points-Werte aller gängigen Lebensmittel und kontrolliert die Portionsgrößen. Auch addiert die Waage die Punkte mehrerer Lebensmittel zu kompletten Mahlzeiten. Weitere Hilfsmittel sind verschiedene Kochbücher und das Points-Journal, mit dem man zwölf Wochen seiner Tagebucheintragungen auf einen Blick hat. Allerdings fallen für diese Zusatzprodukte Kosten in unterschiedlicher Höhe an, die zu den Kursgebühren hinzukommen.

Fazit

Ernährungsphysiologisch ist das Weight Watchers Programm anerkannt. Die Betonung von Obst und Gemüse liegt im Trend. Wer die Gruppe als Motivation braucht, ist hier richtig. Allerdings schrecken Viele vor den auf Dauer nicht unerheblichen Kosten zurück, vor allem, wenn man alle käuflichen Zusatzangebote in Anspruch nimmt. Das früher oft kritisierte "öffentliche Wiegen" ist inzwischen nicht mehr zwingend vorgeschrieben.

Weight Watchers online

Im Zuge des Internetbooms tragen die Weight Watchers auch "Gruppenmuffeln" und Menschen, die für die regelmäßigenTreffen keine Zeit haben, Rechnung. Das Programm für langfristiges Abnehmen steht auch im Internet unter www.weightwatchers.de zur Verfügung und hält ständig Tipps & Tricks zu Ernährung, Gesundheit und Fitness bereit. Darüber hinaus gibt es kostenlose Foren, in denen man sich mit anderen Nutzern austauschen kann.

Die Serie im Überblick

Von unserer Serie "Diäten unter der Lupe" sind bisher erschienen:

  • Teil 1: Trennkost – immer noch Trend-Kost (DAZ Nr. 12/2005, S. 82f)
  • Teil 2: Eine fette Sache – die Atkins-Diät (DAZ Nr. 14/2005, S. 68f)
  • Teil 3: Der Glykämische Index – eine Begriffsbestimmung (DAZ Nr. 17/2005, S. 77f)
  • Teil 4: South Beach und LOGI – aktuelle Low-Carb-Diäten (DAZ Nr. 20/2005, S. 86f)
  • Teil 5: Die Montignac-Methode und Low Fett 30 (DAZ Nr. 23/2005, S. 72f)
  • Teil 6: Abnehmen mit Mischkost (DAZ Nr. 25/2005, S. 96f)

Bereits in Folge 6 unserer Serie "Diäten unter der Lupe" (DAZ Nr. 25/2005) haben wir Diätprogramme vorgestellt, die auf einer kalorienreduzierten Mischkost basieren. Das gilt auch für das Weight Watchers Programm. Seine Besonderheiten: Ein Punktesystem für Lebensmittel und regelmäßige Gruppentreffen.

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