DAZ Feuilleton

97 Jahre Woelm Pharma

Nachruf statt Jubiläum: Die Firma Woelm Pharma, die im Jahr 2007 hundert Jahre alt geworden wäre, hat 1971 ihre Selbständigkeit und im letzten Jahr auch ihren Namen verloren. Ihre Geschichte hat nun der Apotheker H. J. Bodenbach in einem Aufsatz nachgezeichnet.

Im Jahr 1907 kam der aus Elbing im damaligen Westpreußen stammende Apotheker Max Woelm (1875 –1964) in die nordhessische Kleinstadt Spangenberg und übernahm die dortige Apotheke (heute: Woelm'sche Apotheke). Bereits ein Jahr später begann er, in seinem Laboratorium Injektabilien, vor allem Lokalanästhetika, herzustellen. Die Produktpalette wuchs anfangs insbesondere um Präparate für die zahnärztliche Behandlung. Zudem gründete er 1916 eine pharmazeutische Großhandlung.

Um weiter expandieren zu können, verlegte Woelm den Betrieb 1934 nach Eschwege. Zu dieser Zeit brachte er mehrere Präparate als Duplophiolen (Doppelampullen) in den Handel, die die Wirkstoffe und das sterile Lösungsmittel getrennt voneinander enthielten. 1956 baute Woelm, unterstützt von zwei Söhnen, eine neue Fabrik in Eschwege, doch 1971 kam das Ende des Familienbetriebs. Das amerikanische Unternehmen ICN übernahm ihn und verkaufte ihn bald weiter; die nächsten Besitzer wechselten in schneller Folge und verlegten den Betrieb 1994 nach Bad Honnef. Seit 2004 ist der Betrieb ein Teil der Firma McNeil, einer 100%igen Tochter von Johnson & Johnson.

W. Caesar

Quelle:

Hans Joachim Bodenbach, in: Eschweger Geschichtsblätter 16, 89 – 103 (2005).

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.

DAZ.online mit Werbung und Tracking

Nutzen Sie den Newsbereich von DAZ.online wie gewohnt kostenlos. Alle Details zu unseren Werbe- und Trackingverfahren finden Sie hier.

DAZ.online – ohne Tracking

Nutzen Sie DAZ.online ohne verlagsfremde Werbung und ohne Werbetracking für 9,80 Euro pro Monat.
Alle Details zu unserem DAZ.online PUR-Abo finden Sie hier.

Jetzt DAZ.online PUR-Zugang buchen

(Sie können Ihren DAZ.online PUR-Zugang jederzeit kündigen.)