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TK-Report: Arbeitslose haben höheren Arzneimittelverbrauch

HAMBURG (ks). Während im vergangenen Jahr das durchschnittliche Gesamtverordnungsvolumen an Arzneimitteln deutlich zurückgegangen ist, haben Arbeitslose 2004 im Schnitt 20 Prozent mehr Medikamente verschrieben bekommen als Berufstätige. Dies geht aus dem Gesundheitsbericht hervor, den die Techniker Krankenkasse (TK) am 13. Juni veröffentlicht hat.

Der TK-Gesundheitsreport analysiert jährlich die Daten zur Arbeitsunfähigkeit und zu den Arzneimittelverordnungen der über 2,4 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen (Beschäftigte und Arbeitslose zwischen 15 und 65 Jahren). Der Analyse zufolge bekam jeder Beschäftigte im vergangenen Jahr durchschnittlich 141 Tagesdosen verordnet. In der Gruppe der Arbeitslosen war hingegen ein Durchschnitt von 170 Tagesdosen zu verzeichnen. Insgesamt sank die Zahl der verordneten Tagesdosen innerhalb eines Jahres unter den männlichen Erwerbspersonen um 15 Prozent, unter den weiblichen Erwerbspersonen sogar um 26 Prozent. In der Gesamtpopulation gingen die Verordnungen damit infolge der Gesundheitsreform um gut ein Fünftel zurück.

Häufige Verordnung: Antidepressiva

Der größte Teil der Verordnungen entfiel auf Präparate zur Behandlung von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, Hormonpräparate sowie Arzneimittel gegen Atemwegserkrankungen. Auffällig häufig wurden auch Antidepressiva verschrieben. Zwar sank das Verordnungsvolumen bei den nicht-verschreibungspflichtigen Johanniskrautextrakten auf weniger als die Hälfte des Vorjahreswertes, obwohl diese Präparate in die OTC-Ausnahmeliste des Gemeinsamen Bundesausschusses aufgenommen wurden.

Insgesamt wurden den TK-Versicherten im vergangen Jahr dennoch über 276.000 Packungen (13,8 Mio. Tagesdosen) zur Behandlung von Depressionen verschrieben. Nach Angaben der TK ist nicht nur die Gesamtzahl der Verschreibungen chemischer Antidepressiva angestiegen, sondern auch der Anteil der betroffenen Patienten größer geworden: 3,2 Prozent der bei der TK versicherten Beschäftigten hat im vergangenen Jahr ein Medikament gegen Depressionen verschrieben bekommen. Arbeitslose sind fast doppelt so häufig betroffen: fast sechs Prozent haben ein entsprechendes Rezept erhalten.

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