Prisma

Neuartige Antibiotika vom Frosch

Aus der Haut eines im Amazonas ansässigen Frosches könnte italienischen Wissenschaftlern zufolge eine neue Generation von Antibiotika gewonnen werden. Wie sie in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Science" schreiben, weist die Haut des Sao Paulo Makifrosches eine breite Palette vielversprechender Verbindungen auf.

Verschiedene Peptide konnte ein Forscherteam um Andrea Scaloni bereits aus der Rückenhaut des Frosches extrahieren. Diese erwiesen sich im Laborversuch als rasch und lang anhaltend wirksam gegen pathogene Mikroorganismen. Ausgehend von diesen Befunden entwickelten die Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit einem Biotechnologieunternehmen einen synthetischen Wirkstoff, der die Strukturmerkmale der aus der Froschhaut gewonnenen Verbindungen aufweist. Derzeit wird die Effektivität und Selektivität des Stoffes gegen verschiedene Bakterien- und Pilzstämme, sowie seine Auswirkungen auf Zellmembranen und mögliche Nebenwirkungen auf das Zellgewebe von Säugetieren getestet. Die Forscher hoffen, dass die pharmakologischen Tests erfolgreich verlaufen und zur Produktion einer neuartigen Generation von Antibiotika führen. ral

Quelle: PNAS 102, 6309 – 6314 (2005).

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