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Ärzte stehen Arzneimittelagentur kritisch gegenüber

BERLIN (ks). Der Deutsche Ärztetag warnte am 6. Mai vor einer übereilten Zulassung von Arzneimitteln. Die geplante Umwandlung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur Deutschen Arzneimittel- und Medizinprodukteagentur (DAMA) diene nicht den Patienten und Ärzten, sondern lediglich der Pharmaindustrie, erklärten die Delegierten.

Den Gefahren einer übereilten Zulassung von Arzneimitteln mit unbekannten Risiken könne nur durch eine strikt unabhängige Zulassungsstelle für Pharmakovigilanz gegengesteuert werden, heißt es in einem Entschließungsantrag des Ärzteparlaments. Die angestrebte DAMA sei jedoch "eine marktpolitisch ausgerichtete Institution, deren primäres Ziel Dienstleistung für die pharmazeutische Industrie sei".

Die Delegierten forderten daher, dass die bisher zwischen der Bundesärztekammer und dem BfArM etablierte Zusammenarbeit im Bereich der Arzneimittelsicherheit erhalten bleibt. In einem weiteren Entschließungsantrag zum Themenkreis Arzneimittel appellierte der Ärztetag an den Gesetzgeber, den Ausschluss nicht-verschreibungspflichtiger Medikamente aus der Erstattung der Gesetzlichen Krankenversicherung für 12- bis 18-Jährige zurückzunehmen. Die gegenwärtige Regelung führe zu Rechtsunsicherheit für die Ärzte und zu einer Verschlechterung der medizinischen Versorgung z. B. im Bereich der Behandlung von Allergien, Hauterkrankungen und chronischen Lungenerkrankungen, heißt es in der Begründung.

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