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Felix Burda Award 2005: Kampf dem Darmkrebs

MÜNCHEN (cw). Auch dieses Jahr wurden von der Felix Burda Stiftung, die sich der Darmkrebsprophylaxe verschrieben hat, Projekte ausgezeichnet, die nachhaltig zu Aufklärung, Prophylaxe und Früherkennung von Darmkrebs beigetragen haben. Der Felix Burda Award 2005 wurde in drei Kategorien vergeben: Den mit 10.000 Euro dotierten Medizinpreis erhielt der Münchner Mediziner Markus Dollhopf für seinen Einsatz im Rahmen der "Münchner Polypektomiestudie".

Anhand von über 2000 Probanden lieferte die Polypektomiestudie neue Erkenntnisse zum Risikomanagement der koloskopischen Polypektomie. Komplikationsrate, Lokalisation und Größe von Tumorvorstufen wurden evaluiert und daraus fundierte Richtlinien für die Polypektomie abgeleitet. Der Sonderpreis für medizinische Innovation ging an ein dreiköpfiges Karlsruher Forscherteam, das einen automatischen Koloskop-Antrieb entwickelt hat: Mit Hilfe einer ferngesteuerten Folie, die über das Koloskop gestülpt wird, kann das Untersuchungsgerät druckfrei im Darm manövriert werden, was sowohl dem Arzt als auch dem Patienten die Darmuntersuchung erleichtert.

Motivation zur Darmkrebs-vorsorge

Bei der Wahl der besten Aktion zur Darmkrebsprävention am Arbeitsplatz entschied sich die Jury für die E.ON Ruhrgas AG. Als bislang einziges Unternehmen ermöglicht sie nicht nur allen Mitarbeitern, sondern auch deren Lebenspartnern altersunabhängig die Darmkrebsprophylaxe im Rahmen der betrieblichen Vorsorge. Dank dieser Aktion konnten vier Mitarbeiter mit positivem Befund rechtzeitig einer Therapie zugeführt und die Präventionsbereitschaft in der Belegschaft erhöht werden.

Neben der Entertainerin Verona Pooth, die sich in zahlreichen Talkshows medienwirksam für die Darmkrebsvorsorge stark gemacht hat, wurde in der Kategorie Kommunikation Dr. Wilfried Pommerien, Chefarzt im Klinikum Brandenburg an der Havel, für die Kampagne "Brandenburg gegen Darmkrebs" ausgezeichnet. Ziel dieses Aktionsbündnisses der Landesarbeitsgemeinschaft für Onkologische Versorgung e.V. und dem Tumorzentrum Land Brandenburg e.V. ist es, mit Unterstützung von Ärzten, Apothekern, Krankenkassen und Gesundheitspolitikern mindestens die Hälfte der über 55-Jährigen zur Darmkrebsvorsorge zu bewegen.

Darmkrebs ist vermeidbar

Pro Jahr werden allein in Deutschland 66.000 Menschen neu mit der Diagnose Darmkrebs konfrontiert, 29.000 sterben daran. Neben Lungen- und Brustkrebs zählt das kolorektale Karzinom mittlerweile zu den drei häufigsten malignen Erkrankungen – Tendenz steigend. Bei keiner Krebsart sind die Prophylaxemaßnahmen so Erfolg versprechend: Im Frühstadium liegen die Heilungschancen von Darmkrebs bei 90%. Das Vorsorgeprogramm der gesetzlichen Krankenkassen umfasst ab dem 50. Lebensjahr eine jährliche Tastuntersuchung des Enddarms sowie einen Okkultbluttest. Über 55-Jährige haben alle 10 Jahre Anspruch auf eine Darmspiegelung. Liegen besondere Risikofaktoren wie erbliche Veranlagung, positiver Hämocculttest etc. vor, werden die Koloskopiekosten auch schon bei jüngeren Versicherten übernommen.

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