Arzneimittel und Therapie

Fertilität bleibt unbeeinträchtigt

Frauen, die die Pille einnehmen, möchten zuverlässig verhüten, aber in ihrer Fertilität nicht beeinträchtigt sein und nach Absetzen der Pille rasch schwanger werden. Möglich ist dies bei Einnahme eines Ethinylestradiol-Dienogest-Präparates. Wird dieses bei Kinderwunsch abgesetzt, so sind nach einem Jahr fast 90% der Frauen tatsächlich schwanger.

Eine sichere Empfängnisverhütung, eine zuverlässige und sichere Anwendung auch im Langzyklus und möglichst positive Begleitwirkungen auf Haut und Haar sowie das Wissen, dass nach Absetzen der Pille ohne Beeinträchtigungen eine Empfängnis wieder möglich ist, das sind die zentralen Erwartungen, die Frauen heutzutage an hormonelle Kontrazeptiva haben. Diesen Forderungen gerecht wird offensichtlich das Präparat Valette® mit dem Gestagen Dienogest.

Wie verschiedene Erhebungen zeigen, hat sich diese Kombination aus 0,03 mg Ethinylestradiol und 2 mg Dienogest bei der Langzyklus-Anwendung bewährt. Sie gewährleistet außerdem einen schnellen Schwangerschaftseintritt nach ihrem Absetzen, so dass bereits von einer "Wunschkindpille" gesprochen wird.

Langzyklus-Anwendung

Dass die Ethinylestradiol-Dienogest-Pille tatsächlich problemlos als Langzyklus-Pille genutzt werden kann, belegt die SALZA-Analyse (Systematische Auswertung der Langzyklus-Anwendung von Valette®), an der knapp 1000 Frauen teilnahmen, die das Präparat sechs Monate lang durchgehend anwendeten. Anschließend erklärten 89% der Frauen, die eingenommene Pille gut oder sogar sehr gut vertragen zu haben. 87% gaben an, die Pille weiter im Langzyklus-Regime einnehmen zu wollen.

Eine EMNID-Umfrage bei ebenfalls knapp 1000 Frauen zeigte darüber hinaus, dass mehr Frauen das Dienogest-haltige Präparat als Langzyklus-Regime einnehmen als bei anderen Pillen. Als Gründe für die Langzyklus-Anwendung nannten 71% der Frauen Urlaub und 12% medizinische Gründe. 8% der Frauen gaben Sport als Grund an und 10% allgemein Bequemlichkeit.

Ängste um die Fertilität sind bei der Dienogest-haltigen Pille unbegründet, wie Beobachtungen bei zirka 700 Frauen, die die Pille wegen eines bestehenden Kinderwunsches absetzten, dokumentieren: Bereits einen Monat nach Beendigung der Pilleneinnahme waren 17% der Frauen schwanger, nach vier Monaten waren es über 60% und nach einem Jahr sogar über 90%. Die Daten entsprechen damit den Zahlen, wie sie auch ohne vorherige Pilleneinnahme bei Kinderwunsch zu beobachten sind, was belegt, dass die Einnahme des oralen Kontrazeptivums die Fertilität der Frau nicht beeinträchtigt.

Geringes Interaktionspotenzial 

Für die Dienogest-haltige Pille spricht ferner die Tatsache, dass diese nicht über das Cytochrom-P450-System metabolisiert wird und somit arzneimittelbedingte Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen kaum zu befürchten sind. Zugleich ist eine kurze Eliminationshalbwertszeit für das Präparat charakteristisch. Das verhindert eine Wirkstoff-Akkumulation und erhöht somit die Arzneimittelsicherheit bei der Langzyklus-Anwendung. Das Gestagen Dienogest vermittelt außerdem eine spezifische Partialwirkung mit antiandrogener Aktivität, was sich günstig auf Haut und Haare auswirkt und von den Frauen als positive Begleitwirkung wahrgenommen wird.
 

Christine Vetter, Köln


Quelle

Prof. Dr. Cosima Bruckner, Nürnberg; Dr. Katrin Schaudig, Hamburg, Prof. Dr. Her- bert Kuhl, Frankfurt: Satelliten-Symposium

„Mit der Pille zum Wunschkind“ beim Fortbildungskongress der Frauenärztliche BundesAkademie, Düsseldorf, 24. Februar 2005, veranstaltet von der Jenapharm GmbH, Jena.

 

Langzyklus

Unter Anwendung der Pille sind monatliche Blutungen keine natürlichen Menstruationsblutungen, sondern künstlich herbeigeführte Hormonentzugsblutungen, die aus dem Abfall der Hormonspiegel während der siebentägigen Einnahmepause resultieren. Bei Einführung der Pille zu Beginn der 60er Jahre war man darauf bedacht, aus Gründen der Akzeptanz möglichst den natürlichen Menstruationszyklus nachzuahmen. Es wurde ein Einnahmeschema von 21 Tagen gewählt, gefolgt von einer siebentägigen Pause, die eine Abbruchblutung auslöst.

Um den individuellen Bedürfnissen von Frauen Rechnung zu tragen, sind verschiedene Varianten der hormonalen Empfängnisverhütung entwickelt worden. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich die so genannte Langzyklus-Anwendung. Bei einem Langzyklus nimmt die Frau ein Kontrazeptivum nicht länger als ein halbes Jahr ohne Unterbrechung. Nach der 21-tägigen Einnahme wird auf die siebentägige Pause, in der es gewöhnlich zur Blutung kommt, verzichtet, so dass der Hormonspiegel nicht abfällt und es somit nicht zu Blutungen kommt.

Geeignet sind dafür niedrigdosierte Einphasenpräparate als Mikropillen mit konstanten Ethinylestradiol- und Gestagendosen. Favorisiert wird der 63- oder 84-tägige Einnahmemodus, also drei oder vier Blisterpackungen, mit anschließendem siebentägigen einnahmefreien Intervall.

Unabhängig von den Wünschen der Frau gibt es auch medizinische Indikationen für einen Langzyklus:

  • Blutungsstörungen oder schmerzhafte Blutungen, prämenstruelles Syndrom
  • Endometriose
  • Myome
  • funktionelle Zysten
  • zyklusabhängige andere Erkrankungen (Epilepsie, Migräne, multiple Sklerose, Schizophrenie, Depression)

Der Langzyklus mit unterschiedlichen Kontrazeptiva ist in Deutschland derzeit eine Off-label-Behandlung. Es liegen zurzeit noch keine ausreichenden Daten über die Arzneimittelsicherheit bei Anwendung der unterschiedlichen Präparate im Langzyklus vor.

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