VFA: Nationales Studienregister behindert Transparenz

(ral). "Nationale Insellösungen bei der Registrierung klinischer Studien schaffen für Ärzte, Patienten und Gesundheitswesen keine Transparenz, sondern stehen ihr im Weg; denn sie sorgen für eine Zersplitterung der Information." Das entgegnete Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA), auf die vor kurzem vorgestellte Forderung der 'Initiativgruppe Studienregistrierung' des Deutschen Cochrane Zentrums nach einem nationalen Studienregister.

Wer wirklich den aktuellen Wissensstand zu jedem Arzneimittel zugänglich machen wolle, müsse auf internationale Datenbanken setzen, meinte Yzer. Der Erkenntnisgewinn über Arzneimittel erfolge international, nicht national. Das gleiche Arzneimittel werde in vielen Ländern der Erde erprobt, vielfach sogar in länderübergreifenden Studien. "Das müssen leistungsfähige Studienregister abbilden und nicht den kleinen Ausschnitt von Aktivitäten innerhalb der eigenen Landesgrenze", so die Forderung der VFA-Geschäftsführerin.

Transparenz über Arzneimittel und andere Therapiemöglichkeiten könne nur bedeuten, dass eine Recherche in wenigen Datenbanken für einen vollständigen Überblick genüge. Der internationale Pharmaverband IFPMA werde deshalb noch in diesem Jahr ein Internetportal mit Suchfunktion für die Allgemeinheit eröffnen, das Angaben über laufende Studien und Ergebnisse von abgeschlossenen Studien zu einem Krankheitsgebiet aus mehreren internationalen Datenbanken zusammenführt.

Ferner setze sich der VFA dafür ein, dass aus dem schon bestehenden Studienregister EudraCT bestimmte Datenfelder in die künftige, öffentlich zugängliche Arzneimitteldatenbank Europharm der europäischen Zulassungsagentur EMEA überführt werden. Yzer abschließend: "Warum das Rad neu erfinden, wenn es nur aus der Garage geholt werden muss."

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