Arzneiausgaben: Keine Kostenexplosion

BERLIN (im). Die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Kassen betrugen im April 1,983 Milliarden Euro. Für das gesamte Jahr hochgerechnet ergäbe sich ein Ausgabenvolumen von 21,905 Milliarden Euro, was eine Steigerung von 8,92 Prozent gegenüber 2004 wäre. Das hat die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am 30. Mai in Berlin mitgeteilt.

Diese Summe läge jedoch immer noch rund 300 Millionen Euro unter dem Niveau von 2002, dem Jahr, das für die Berechnungen für das GKV-Modernisierungsgesetz herangezogen wurde.

In den ersten vier Monaten dieses Jahres gaben die Kassen laut ABDA rund 7,302 Milliarden Euro für Arzneimittel aus Apotheken aus. Das ist ein Plus von 1,265 Milliarden Euro gegenüber 2003, das jedoch relativiert werden muss wegen der schlechten Vergleichbarkeit der Januar- und Februar-Werte (Bevorratung im Dezember), sowie gesetzlicher Eingriffe wie den wieder auf sechs Prozent gesenkten Herstellerrabatt. Während die zunehmende Verordnung teuerer Arzneimittel sowie Preiserhöhungen der Hersteller mit rund 370 Millionen Euro zwischen Januar und April zu Buche schlagen, lagen die Mehrausgaben aufgrund von mehr Verordnungen nur bei 191 Millionen Euro.

Von einer moderaten Marktentwicklung sprach auch der Verband der Forschenden Arzneimittelhersteller (VFA). Demnach sanken die Preise um mehr als drei Prozent seit Januar 2003. "Ohne die Grippewelle im Februar und März dieses Jahres hätte sich noch deutlicher gezeigt, dass sich der Markt der gesetzlichen Krankenversicherung eher zurückentwickelt als zunimmt", sagte die Vfa-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer. Sie hob hervor, dass die Strukturkomponente, worunter die Verordnung neuer Arzneimittel zu verstehen ist, mit rund sechs Prozent unter den Werten der Vorjahre (2003: 9 Prozent, 2004: sieben Prozent) blieb.

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