Arzneimittel und Therapie

Phosphodiesterase-4-Hemmer: Roflumilast zur Behandlung von COPD und Asthma

Für den selektiven Phosphodiesterase-4(PDE4)-Hemmer Roflumilast (Daxas®) wurde bei den europäischen Behörden (EMEA, European Agency for the Evaluation of Medicinal Products) die Zulassung zur Behandlung von COPD (chronic obstructive pulmonary disease) und Asthma beantragt, wie Altana Pharma mitteilte.

Selektive Phosphodiesterase-4-Inhibitoren (PDE-4-Hemmer) hemmen bestimmte Entzündungsvorgänge bei chronisch-obstruktiver Bronchitis (COPD) und Asthma bronchiale. Ähnlich wie Theophyllin wirkt Roflumilast bronchialerweiternd und antientzündlich über die Hemmung von Phosphodiesterasen – nur wesentlich spezifischer.

Roflumilast hemmt von den 11 heute bekannten Phosphodiesterasen, deren Funktion nur teilweise bekannt ist, selektiv die PDE-4. Dieses Isoenzym wirkt in allen für die Erkrankungen relevanten Entzündungszellen, nämlich Neutrophilen, Eosinophilen und Monozyten. Die Phosphodiesterase 4 baut dort den antientzündlich wirksamen intrazellulären Botenstoff cAMP (zyklisches Adenosinmonophosphat) zu inaktivem AMP ab, es dominieren proentzündliche Faktoren (Entzündungszellen und ihre Mediatoren).

Hemmstoffe der PDE-4 wie Roflumilast bzw. sein aktiver Metabolit, das N-Oxid, verschieben so das Gleichgewicht in Richtung antientzündlicher Prozesse, was zu verminderter Chemotaxis, Aktivierung und Degranulierung führt. Dabei soll auch die bedenkliche Proliferation glatter Muskelzellen ("remodelling") in der Bronchialschleimhaut gebremst werden.

In der Folge kann eine verminderte bronchopulmonale Obstruktion mit entsprechender Besserung der Lungenfunktion und der klinischen Symptomatik beobachtet werden. Ein zweiter Phosphodiesterase-4-Inhibitor – Cilomilast (Ariflo®) – befindet sich in den USA in klinischen Studien der Phase III.

Für Roflumilast zeigen die Daten aus Phase-III-Studien in den Indikationen Asthma und COPD eine anhaltende Verbesserung der typischen Lungenfunktionsparameter wie das FEV1 (forciertes expiratorisches Volumen in 1 Sekunde) und der Lebensqualität (Quality of Life-Parameter).

Insgesamt liegen mittlerweile Daten von mehr als 1500 Patienten mit COPD sowie von mehr als 3000 Patienten mit Asthma vor. Inzwischen wurden auch erfolgreich Vergleichsstudien mit Montelukast, einem Leukotrien-Antagonisten, sowie dem Corticosteroid Beclomethasondipropionat bei Asthma-Patienten durchgeführt.

Die Behandlung mit Roflumilast wurde von den Patienten gut vertragen. Nebenwirkungen traten insgesamt selten auf: Übelkeit, Diarrhö, Kopfschmerzen und Bauchschmerzen lagen dosisabhängig im Bereich von ein bis zwei Prozent. ck

Zum Weiterlesen: Pharmakotherapie des Asthma bronchiale. Med Monatsschr Pharm 2001;24(4):109-18 www.deutscher-apotheker- verlag.de/MMP

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