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Taubheit: Hören durch Hirnstammimplantat?

Gehörlosigkeit ist nicht gleich Gehörlosigkeit: Während bestimmte Ursachen der Taubheit dank technischer Errungenschaften sehr erfolgreich umgangen werden können, gibt es auch Ursachen, bei denen bislang nur unzureichend geholfen werden kann. Ein Implantat, dass direkt in den Hirnstamm eingesetzt wird, soll das zukünftig ändern.

Häufig wird Taubheit durch nicht funktionsfähige Haarzellen in der Gehörgangsschnecke, der Cochlea, verursacht. Durch ein sogenanntes Cochlear Implant können diese umgangen und der Gehörnerv direkt aktiviert werden. Nicht so wenn die Cochlea oder der Gehörnerv selbst zerstört sind: Hier ist derzeit das ABI (auditory brainstem implant) die einzige Möglichkeit zu helfen. Das ABI stimuliert den Hirnstamm, ohne ihn zu penetrieren.

Da es nicht in der Lage ist, verschiedene Nervengruppen unabhängig voneinander anzuregen, können die Patienten mit seiner Hilfe zwar hören, sind in der Regel jedoch nicht in der Lage, Worte zu verstehen. Das Implantat, das Bob Shannon vom House Ear Institute in Los Angeles mit seinen Kollegen entwickelte, wird dagegen direkt in den Hirnstamm eingesetzt.

Es dauerte 15 Jahre, ein sicheres Verfahren für diesen heiklen Eingriff zu finden. Durch acht Elektroden von unterschiedlicher Länge soll es in der Lage sein, verschiedene Nervenbündel gezielt zu aktivieren und so unterschiedliche Frequenzen zu erzeugen.

Im vergangenen Jahr wurde das Implantat laut New Scientist Online erstmals zwei Frauen eingesetzt. Bei der ersten Patientin scheint lediglich eine Elektrode zu funktionieren. Zwar wird das Lippenlesen dadurch um ca. dreißig Prozent verbessert, aber um Sprache verstehen zu können wären vier Elektroden notwendig. Bei der zweiten Patientin liegen noch keine Ergebnisse vor. ah

Quelle: New Scientist online, Meldung vom 7. 1. 2004

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