Ernährung aktuell

Nach probiotischem Joghurt bald auch probiotische Schokolade?

Kennen Sie eine probiotische Schokolade? Nein? Können Sie auch nicht, weil es die nämlich noch gar nicht gibt. Bislang konnten nur wenige Produkte mit Probiotika "veredelt" werden, ohne dass der Geschmack darunter litt. Das Institut für Lebensmitteltechnologie der Universität Bonn hat nun jedoch ein neues Verfahren entwickelt, mit dem sich "geschmacksneutrale" Probiotika herstellen lassen. Damit wäre dann auch die probiotische Schokolade denkbar.

Probiotika sind Mikroorganismen, die sich durch eine gewisse Resistenz gegenüber Magensäure und andere Verdauungssäfte auszeichnen und die daher im Darm eine gesundheitsfördernde Wirkung entfalten können. Sie docken an bestimmte Stellen der Darmwand an und sollen so verhindern, dass sich dort pathogene Bakterien oder Pilze ansiedeln können. Außerdem verhelfen sie zu einer ausgewogenen Darmflora. Bekannte Probiotika sind verschiedene Milchsäurebakterien, die bei der Joghurtherstellung eingesetzt werden.

Nachteile dabei bislang: Zum einen verlieren die Milchsäurebakterien durch den Kontakt mit Magensäure deutlich an Aktivität, zum anderen säuern sie das Nahrungsmittel an und verändern so den Geschmack – ein Effekt, der bei vielen Lebensmitteln nicht erwünscht ist.

Hier greift nun die Projektidee der Bonner Wissenschaftler: "Wir verpacken die probiotischen Bakterien in winzig kleine Kapseln, in denen sie hoch aktiv an den Wirkort im Darm gelangen und dort die Zusammensetzung der Darmflora positiv beeinflussen", so Prof. Dr. Benno Kunz vom Institut für Lebensmitteltechnologie. Die Hülle aus Polysacchariden und Proteinen verhindert zudem die geschmackliche Beeinträchtigung des Lebensmittels. Auch Säfte, Schokolade, Quark oder Wurst könnten mithilfe der Methode somit künftig mit probiotischen Mikroorganismen versetzt werden.

Quelle: Pressemitteilung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, 29. 11. 2004

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