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Cannabiskonsum von Jugendlichen nimmt zu

Berlin (ks). Immer mehr Jugendliche haben heute Erfahrungen mit Drogen Ų vor allem Cannabis steht bei ihnen hoch im Kurs. Nach einer neuen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat rund ein Drittel der 12- bis 25-Jährigen schon einmal Drogen probiert. 1979 waren es noch 16 Prozent.

Seit 1973 führt die BZgA in regelmäßigen Abständen eine Befragung zur Drogenaffinität Jugendlicher in Deutschland durch. Hierfür werden bundesweit etwa 3000 Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren dem Zufall nach ausgewählt und befragt. Die in diesem Jahr durchgeführte Erhebung zeigt, dass Drogenkonsum hauptsächlich Cannabiskonsum ist: 24 Prozent der Jugendlichen haben ausschließlich Haschisch oder Marihuana genommen. Die Akzeptanz für Cannabis unter Jugendlichen ist damit deutlich gestiegen. Auch andere Rauschmittel haben 8 Prozent der Befragten konsumiert. Dazu zählen etwa Amphetamine (4 Prozent), Ecstasy (4 Prozent), psychoaktive Pflanzen und Pilze (4 Prozent), Kokain (2 Prozent) oder LSD (2 Prozent).

Die Hälfte der Jugendlichen lehnt Drogen ab

Für ein Drittel der Jugendlichen ist der Drogenkonsum eine kurze Phase. 13 Prozent der 12- bis 25-Jährigen haben in den letzten 12 Monaten Drogen konsumiert, bei 19 Prozent liegt der Drogenkonsum länger als ein Jahr zurück. Die Hälfte der Jugendlichen lehnt den Konsum illegaler Drogen grundsätzlich ab. Seit Mitte der 80er Jahre ist der Anteil dieser Drogenresistenten allerdings rückläufig. 1986 wollten noch 66 Prozent auf keinen Fall Drogen nehmen. Diese Entwicklung ist ausschließlich auf eine zunehmend positive Einstellung zu Cannabis zurückzuführen. Die Distanz der Jugendlichen zu anderen Drogen ist unverändert sehr groß.

BZgA: Cannabis ist keine Spaßdroge

"Der Anstieg des Cannabiskonsums in der jüngeren Bevölkerung gibt uns ernsten Anlass zur Sorge", erkärte BZgA-Direktorin Dr. Elisabeth Pott zu den am 30. November veröffentlichten Studienergebnissen. "Jährlich begeben sich rund 15.000 Menschen im Zusammenhang mit Cannabismissbrauch in eine Behandlung. Wir müssen deshalb in der jungen Bevölkerung noch stärker als bisher bekannt machen, dass Cannabis keine Spaßdroge ist, sondern wesentliche gesundheitliche Risiken nach sich zieht."

Fachtagung im Bundesgesundheitsministerium

Auch das Bundesgesundheitsministerium nimmt die Entwicklung ernst. Am 29. und 30. November fand dort eine Fachtagung unter dem Titel "Jugendkult: Cannabis Risiken und Hilfen" statt. Ziel der Veranstaltung war, zu klären, wie sich die Cannabis-Konsummuster in den letzten Jahren verändert haben. Zudem wurde diskutiert, wie dem problematischen Konsum zu begegnen ist. Als Ergebnis der Tagung verständigten sich die teilnehmenden Experten aus Politik, Wissenschaft und Praxis auf Handlulngsempfehlungen zur Prävention und Behandlung.

Sie sprechen sich unter anderem dafür aus, die Diskussion über Cannabis sachlich, glaubwürdig und ideologiefrei zu führen. Es bestehe eine "teilweise besorgniserregende Unkenntnis" über das Risikopotenzial von Cannabis, so die Experten. Vorbeugungs- und Informationsmaßnahmen müssten zudem riskante Konsummuster und ein frühes Einstiegsalter besser berücksichtigen. Auch Beratungs- und Therapieangebote seien stärker auf die Zielgruppe der Konsumenten mit riskantem Konsummuster auszurichten.

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