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Grippeimpfung auch niedriger dosiert wirksam

Ein Fünftel der derzeit üblichen Grippeimpfstoff-Dosis würde – intradermal statt intramuskulär injiziert – völlig ausreichen, um einen erwachsenen Menschen vor einer Infektion mit Influenzaviren zu schützen. Das ist das Ergebnis zweier im "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Studien.

In der ersten Studie wurde bei 100 freiwilligen Probanden im Alter zwischen 18 und 40 Jahren die Wirksamkeit und Verträglichkeit des derzeitigen Standardgrippeimpfstoffs bei intramuskulärer und intradermaler Gabe verglichen. Die Studienteilnehmer erhielten randomisiert entweder 0,5 ml Impfstoff intramuskulär oder 0,1 ml intradermal verabreicht. Das Ausmaß der Antikörperbildung war in beiden Gruppen vergleichbar.

In der zweiten Studie wurde die intramuskuläre Gabe des Standardgrippeimpfstoffs mit der intradermalen Gabe einer neu von GlaxoSmithKline entwickelten Vakzine verglichen, die nur 40 Prozent der normalerweise üblichen Hämagluttinindosis enthält. An der Studie nahmen insgesamt 238 Probanden teil, die eine Hälfte erhielt den Standardimpfstoff, die andere Hälfte die intradermale Vakzine. Bei der Auswertung wurde unterschieden zwischen Probanden im Alter zwischen 18 und 60 Jahren und Probanden über 60 Jahren. Auch in dieser Studie war die Antikörperbildung bei den jüngeren Studienteilnehmern nach intramuskulärer und intradermaler Applikation vergleichbar. Die älteren Probanden, die generell schlechter auf eine Grippeimpfung ansprechen, reagierten nur unwesentlich schlechter auf die intradermale Verabreichung als auf die intramuskuläre.

Obwohl die Studiendurchführenden darauf hinweisen, dass weitere Studien notwendig sind, sehen sie ihre Ergebnisse als Hinweis auf eine Einsparmöglichkeit von Grippeimpfstoff. Für die kommende Impfsaison könnten die beiden Studien weitreichende Folgen haben. Am 11. November treffen sich die 16 größten Impfstoffhersteller gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf, um Maßnahmen für den Fall einer Epidemie zu überlegen. ral

Quelle: NEJM, Online-Vorabpublikation DOI 10.1056/NEJMoa043540 und DOI 10.1056/NEJMoa043555

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