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Weltweiter Tag gegen den Schmerz: Schmerzlinderung als Menschenrecht

GENF (ks). Mit dem weltweiten Tag gegen den Schmerz (Global Day Against Pain) ist am 11. Oktober in Genf die Europäische Woche gegen den Schmerz gestartet.

Die Kampagne wird von der Internationalen Association on the Study of Pain (IASP) und der European Federation of the IASP Chapters (EFIC) organisiert – auch die Weltgesundheitsorganisation WHO unterstützt den Tag gegen den Schmerz. Die Veranstalter fordern, dass Schmerzlinderung als Menschenrecht anerkannt wird. "Die meisten Menschen, die unter Schmerzen leiden, kommen aus ärmeren Staaten, die mit der Last zunehmender chronischer Erkrankungen wie AIDS und Krebs zu kämpfen haben", erklärte Catherine Le Gales-Camus von der WHO. Trotz begrenzter Ressourcen müsste kranken Menschen der Zugang zur Schmerzbehandlung und Palliativmedizin ermöglicht werden.

Die WHO fordert, dass bessere Methoden zur Schmerzbekämpfung gesucht werden – vor allem für Krebs- und AIDS-Patienten. Neuen Statistiken der IASP und EFIC zufolge leidet jeder fünfte Mensch an chronischen Schmerzen. Jedem Dritten ist es aufgrund dieser Schmerzen nicht möglich, einen unabhängigen Lebensstil zu führen. Die Hälfte bis zwei Drittel aller Patienten mit chronischen Schmerzen hat Probleme, sich zu bewegen, normal zu schlafen, den Haushalt zu führen, Auto zu fahren oder soziale Bindungen zu unterhalten.

Unterschätztes Problem

"Schmerzlinderung sollte ein Menschrecht sein, egal ob die Menschen an Krebs, HIV/AIDS oder anderen Schmerzen leiden", erklärte IASP-Präsident Sir Michael Bond. EFIC-Präsident Harald Breivik betonte, dass chronische Schmerzen zu den meist unterschätzten Gesundheitsproblemen gehören. Sie bedeuten schwere Konsequenzen für die Leidenden und eine große Last für die Gesundheitssysteme. Die EFIC geht davon aus, dass chronische Schmerzen eine eigene Erkrankung darstellen. "Für Menschen in Entwicklungsländern, wo eine Schmerzbehandlung kaum verfügbar ist, sind die Konsequenzen besonders schwer", so Breivik.

Bereits seit 2001 hat die EFIC jährlich eine Europäische Woche gegen den Schmerz ausgerufen. In diesem Jahr wird die EFIC unterstützt von der IASP und der WHO. Zusammen haben sie den ersten weltweiten Tag gegen den Schmerz ins Leben gerufen.

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