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Bakterien als Auslöser von Morbus Crohn unter Verdacht

Die Beweise, dass ein Erreger hinter der chronischen Darmerkrankung Morbus Crohn steckt, verdichten sich. Nachdem vorausgegangene Studien die Anwesenheit von Mycobacterium avium subspecies paratuberculosis (MAP) bei einem hohen Prozentsatz von Erkrankten im Gewebe nachgewiesen hatten, ist es Forschern der Universität Florida nun gelungen, den Erreger aus dem Blut der Betroffenen zu isolieren.

Die Wissenschaftler untersuchten die Blutproben von 52 Personen: 28 mit Morbus Crohn, neun mit Colitis ulcerosa und 15 ohne entzündliche Darmerkrankungen. Bei 14 der an Morbus Crohn Erkrankten war der Nachweis für den Erreger positiv, während in der Gruppe der Gesunden MAP kein einziges Mal nachgewiesen werden konnte. In der Gruppe der von Colitis ulcerosa Betroffenen wurden zweimal Spuren des Keimes entdeckt.

Von MAP ist schon lange bekannt, dass er bei vielen Wiederkäuern eine ansteckende chronische Darmerkrankung namens Paratyphus auslösen kann. Untersuchungen für Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen lagen bei einer Einzeltierprävalenz für die Infektion von etwa 12 Prozent. Allerdings ist MAP nur zu einem geringen Grad infektiös. Daher ist eine gewisse Anfälligkeit für den Erreger, Immunschwäche oder gleichzeitige Infektionen vermutlich für die Entstehung der Erkrankung mitentscheidend. cl

Quelle: Lancet 364, 1039-1044 (2004).

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