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Gesundheitsreform: DAK wehrt sich gegen "Bild"-Bericht

(diz/dak). Die "Bild am Sonntag" berichtete in ihrer Ausgabe vom 18. Januar über den Todesfall eines Dialysepatienten. Der Patient habe eine Dialysebehandlung mit der Begründung ausfallen lassen, er könne die Zuzahlung zu den Fahrkosten nicht aufbringen. In einer Pressemitteilung dementiert die Deutsche Angestellten Krankenversicherung (DAK) den Bericht von Bild, wonach die DAK den Tod des Mannes auf die Gesundheitsreform zurückgeführt habe.

}Der Tod eines Dialysepatienten in Hameln sei keineswegs eine Folge der neuen Zuzahlungsregelungen. Die DAK sei weder der Meinung, dass der Tod des Mannes eine Folge der Gesundheitsreform sei, noch dass sich derartige Fälle täglich wiederholen könnten. Auch die Aussage, es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, bis sich ein solcher Fall ereigne, sei nicht in dem von der "Bild am Sonntag" dargestellten Sinne gefallen.

Die "Bild am Sonntag" instrumentalisiere die DAK im Zusammenhang mit diesem Todesfall, um Stimmung gegen die Bundesgesundheitsministerin zu machen. "Diese Art der Berichterstattung ist ein Skandal, nicht aber die Gesundheitspolitik der Bundesregierung, die die ,Bild am Sonntag' zu kriminalisieren versucht", so DAK-Pressesprecher Jörg Bodanowitz.

Er erklärte, dass die Kasse presserechtliche Schritte gegen die "Bild am Sonntag" prüfen werde. Das Blatt hatte die Zitate nicht mit dem DAK-Pressesprecher abgestimmt.

Verschiedene Zeitungen berichteten, dass der Patient eine Dialysebehandlung mit der Begründung hatte ausfallen lassen, er könne die Zuzahlung zu den Fahrtkosten nicht aufbringen. Stattdessen bettelte er aus Protest gegen die Gesundheitsreform in der Hamelner Fußgängerzone.

Das Sozialamt der Stadt Hameln wäre aber verpflichtet gewesen, für die Kosten aufzukommen. Diese Tatsache habe die "Bild am Sonntag" in ihrer Berichterstattung unterschlagen. Auch der behandelnde Arzt bestätigte gegenüber der Presse nicht, dass ein klarer Zusammenhang zwischen der ausgefallenen Dialysebehandlung und dem Tod des Mannes hergeleitet werden kann.

Strafanzeige gegen Ulla Schmidt

Einer Meldung von "Spiegel online" zufolge prüft mittlerweile die Staatsanwaltschaft Hannover, ob sie ein Ermittlungsverfahren gegen Gesundheitsministerin Schmidt einleitet. Der Taxifahrer, der den Mann jahrelang zur Dialyse gefahren hatte, habe Strafanzeige gegen Ulla Schmidt gestellt. Die Staatsanwaltschaft in Hannover lasse daraufhin die Todesursache des nierenkranken Mannes untersuchen, die Leiche werde obduziert, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Wie aus dem Bericht in Spiegel online weiter hervorgeht, lautet die Anzeige nach Angaben des Anwalts auf fahrlässige Tötung. Die verantwortlichen Politiker hätten es bei der Verabschiedung der Gesundheitsreform im Gesetzgebungsverfahren an der notwendigen Sorgfalt fehlen lassen und so das Durcheinander produziert.