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64. Kongress des Weltapothekerverbands: Die neue Rolle des Apothekers im Gesundh

NEW ORLEANS (diz). Die Zusammenarbeit zwischen Apothekern und anderen Heilberufen muss enger werden. Der Apotheker muss dabei neue Aufgaben im Gesundheitssystem übernehmen. Dafür sprach sich Jean Parrot, Präsident der Fédération Internationale Pharmaceutique (FIP) in seiner Eröffnungsansprache zum 64. internationalen Kongress der FIP raus. Der Kongress des Weltapothekerverbands fand in diesem Jahr vom 4. bis 9. September in New Orleans, USA, statt. Rund 2000 Apothekerinnen und Apotheker aus 90 Ländern waren in die Stadt am Mississippi-Delta gereist, um am umfangreichen wissenschaftlichen Programm teilzunehmen, das auch Gelegenheit bot, in Gesundheitssysteme anderer Länder zu blicken.

Apotheker sollen auch eine wichtige Rolle in der Kontrolle neuer Krankheiten spielen, so FIP-Präsident Parrot in seiner Ansprache im Rahmen der Eröffnungszeremonie. Er erwähnte in diesem Zusammenhang die SARS-Epidemie und die Geflügelpest in Südost-Asien. Der Apotheker könnte beispielsweise als "Observatorium" dienen, das bei der Sammlung erforderlicher Daten, bei der epidemiologischen Überwachung und zur Entdeckung von entstehenden Epidemien beitragen kann.

Netzwerk gegen Aids

Im Jahr 2003 starben 2,9 Millionen Menschen an Aids, die WHO berichtete von 4,8 Millionen neuer Fälle in der Welt. Nur sieben Prozent der 6 Millionen Menschen, die an Aids leiden und die eine entsprechende Behandlung brauchen, haben Zugang zu antiretroviralen Arzneimitteln. Immer mehr Organisationen, Institutionen und Unternehmen sehen ein, dass Hilfe dringend notwendig ist. So haben sich mittlerweile die Weltbank, der Internationale Währungsfonds, UNICEF, aber auch private Stiftungen an der Finanzierung der Behandlung von Aids beteiligt. Im April haben sich Arzneimittelhersteller auf eine Preissenkung bei antiretroviralen Arzneimitteln und Aids-Erkennungstests in Entwicklungsländern verständigt. Großunternehmen haben in endemischen Gebieten Programme eingeführt, um ihre Mitarbeiter und deren Familien zu behandeln. Wie der FIP-Präsident dazu ausführte, leiden die stark betroffenen Länder unter einem ernsthaften Mangel an Pflegepersonal. Die Ausbildung von Pflegekräften sei daher von größter Bedeutung. Apotheker sind in vorderster Linie eingespannt bei der Bedarfsermittlung, der Verteilung von Aids-Präparaten, aber auch bei der Ausbildung von Pflegepersonal in Entwicklungsländern. Die FIP hat vor kurzem eine Internetseite entwickelt, um ein internationales Netzwerk von Apothekern gegen Aids zu schaffen. Diese Seite sammelt wertvolle Tools für Apotheker, die sich für die Aids-Bekämpfung engagieren wollen. Verschiedene Module erläutern die Rolle des Apothekers bei der Aids-Prävention und der Patientenbetreuung. Parrot rief die nationalen Apothekervereinigungen dazu auf, zusammen mit den Behörden nach internationalen Anti-Aids-Programmen zu suchen, um die Patientenbetreuung in ihren Ländern zu verbessern. Ungeachtet dessen gilt nach wie vor: Prävention hat Priorität bei der Bekämpfung von Aids. Apotheker sollten sicher stellen, dass sie in diesem Bereich eine aktive Rolle spielen. Mit einem neuen pharmazeutischen Forum für die afrikanischen Regionen, aufgebaut von der FIP und der WHO, versucht die FIP, Apothekern in Afrika bei der Zusammenarbeit zu helfen. Das Forum wurde im April 2004 in Harare, Zimbabwe, gegründet. Das Forum soll die spezifischen Charakteristiken des afrikanischen Kontinents besser berücksichtigen.

Gefälschte Arzneimittel

Am 1. Mai 2004 begrüßte die Europäische Union zehn neue Mitgliedstaaten. Vor diesem Hintergrund hoffe er, so Parrot, dass auch die Qualität der Gesundheitsversorgung, vor allem im Bereich der Offizinapotheke, in diesen Ländern definiert wird. Neue Konzepte, die die Tätigkeit der Apotheken nur auf Gewinnmaximierung und maximalen Wettbewerb im Europäischen Binnenmarkt ausrichten, könnten die Situation der pharmazeutischen Versorgung drastisch verändern. Ein weltweites Problem, das sich immer schneller mit dem internationalen Wirtschaftswachstum entwickelt, ist das Fälschen von Arzneimitteln. Skrupellose Händler nutzen die unterschiedlichen Arzneimittelversorgungssysteme und das Fehlen von Grenzkontrollen aus, um in Märkte einzudringen und schnellen Profit zu machen. Der Kauf von Arzneimitteln über das Internet, die sich jeder Kontrolle entziehen, kann die Tür für diese Fälschungen öffnen. Nach Auffassung des FIP-Präsidenten müssen sich Apothekerverbände zusammen mit Behörden und anderen betroffenen Stellen noch besser als bisher organisieren, um Arzneimittelfälschungen zu bekämpfen. Außerdem sollten so schnell wie möglich technische Lösungen gefunden werden, um rasch zwischen echten und gefälschten Arzneimitteln unterscheiden zu können und um die Qualität in der Arzneimittelversorgungskette zu garantieren.

Neue Rolle

Zur neuen Rolle des Apothekers im Gesundheitswesen merkte Parrot an, dass sich die FIP schon sehr früh und klar für die Entwicklung von pharmazeutischen Dienstleistungen ausgesprochen hat. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Heilberufen sei notwendig, um die Effizienz der Versorgung zu verbessern. In einigen Ländern geht es auf die Initiative der FIP zurück, dass Gesundheitsbehörden dem Apotheker in bestimmten Fällen auch zugestehen, Arzneimittel zu verordnen, insbesondere Arzneimittel für chronische Erkrankungen. Erfreulich sei des Weiteren, dass einige nationale Behörden mittlerweile Abkommen über Einzelleistungsvergütung mit den Apothekern abgeschlossen haben. Diese Tendenz beginnt jetzt allgemein akzeptiert werden zum Nutzen für die Gesundheitsversorgung. In einigen Ländern haben Patienten bereits eine persönliche medizinische elektronische Akte, die ihre Gesundheits- und Behandlungsdaten enthält. Parrot forderte, dass Apotheker auf den Teil der Akte Zugriff haben, der sich mit der Behandlung der Patienten befasst, um hier ihre entsprechenden Arzneimitteldaten einfügen zu können. Die FIP ist Mitglied der International Alliance of Health Professionals, einem Verband von Heilberufen auf internationaler Ebene. Die FIP koordinierte in diesem Jahr ein erstes Symposium, das nationale Verbände von Ärzten, Krankenschwestern und Apothekern aus mehr als 60 Ländern besuchten, um globale Gesundheitsprobleme zu diskutieren. Auch hier strebt die FIP an, dieses Bündnis auszubauen und zu intensivieren. Lobend hob Parrot die Aktionen der FIP-Mitglieder zum Nichtrauchertag am 31. Mai heraus. Zahlreiche Organisationen beteiligten sich daran. Der Apotheker, so zeigten die Aktionen, kann effektiv für die öffentliche Gesundheit und Prävention arbeiten und dazu beitragen, dass viele Menschen erfolgreich das Rauchen aufzugeben.

Preisverleihung

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung erfolgte die Verleihung der von der FIP gestifteten Preise: den André Bedat-Preis erhielt John Bell, Australien. Mit dem FIP Pharmaceutical Scientist Award wurde Professor Toshio Honda, Japan, ausgezeichnet. Der FIP Lifetime Achievement in the Pharmaceutical Sciences ging an Dr. Stig Agurell, Schweden. Die Eröffnungsveranstaltung zum FIP-Kongress wurde umrahmt von einer Gospelgruppe und einer für New Orleans typischen Jazzband. Weitere Berichte vom FIP-Kongress veröffentlichen wir in der nächsten DAZ-Ausgabe.

ABDA-Empfang in New Orleans

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände - ABDA lud am 5. September die deutschen Teilnehmer des FIP-Kongresses und zahlreiche Gäste ausländischer Institutionen zu ihrem traditionellen FIP-Empfang. ABDA-Präsident Hans-Günter Friese, der Präsident der Bundesapothekerkammer Johannes Metzger, der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands Hermann S. Keller und die EU-Vertreterin der ABDA, Dr. Susanne Hof, begrüßten die Gäste in New Orleans im "Elms Mansion", einem im Garden District von New Orleans gelegenen stilvollen Haus mit prächtigem Garten. 1869 vom Wein- und Tabakhändler van Benthuysen erbaut, erwarb das im Stil der Südstaaten erbaute Haus im Jahre 1952 John Elms. Heute wird es für den Empfang von Gästen vermietet. Friese brachte in seiner Ansprache den Gästen die Probleme und Veränderungen nahe, mit denen sich die deutschen Apothekerinnen und Apotheker aufgrund der Gesundheitsreform zurzeit auseinandersetzen müssen.

Die Zusammenarbeit zwischen Apothekern und anderen Heilberufen muss enger werden. Der Apotheker muss dabei neue Aufgaben im Gesundheitssystem übernehmen. Dafür sprach sich Jean Parrot, Präsident der Federation Internationale Pharmaceutique (FIP) in seiner Eröffnungsansprache zum 64. internationalen Kongress der FIP raus. Der Kongress des Weltapothekerverbands fand in diesem Jahr vom 4. bis 9. September in New Orleans, USA, statt.  

ABDA-Empfang in New Orleans

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände - ABDA lud am 5. September die deutschen Teilnehmer des FIP-Kongresses und zahlreiche Gäste ausländischer Institutionen zu ihrem traditionellen FIP-Empfang. ABDA-Präsident Hans-Günter Friese, der Präsident der Bundesapothekerkammer Johannes Metzger, der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands Hermann S. Keller und die EU-Vertreterin der ABDA, Dr. Susanne Hof, begrüßten die Gäste in New Orleans im "Elms Mansion", einem im Garden District von New Orleans gelegenen stilvollen Haus mit prächtigem Garten. 1869 vom Wein- und Tabakhändler van Benthuysen erbaut, erwarb das im Stil der Südstaaten erbaute Haus im Jahre 1952 John Elms. Heute wird es für den Empfang von Gästen vermietet.

Friese brachte in seiner Ansprache den Gästen die Probleme und Veränderungen nahe, mit denen sich die deutschen Apothekerinnen und Apotheker aufgrund der Gesundheitsreform zurzeit auseinandersetzen müssen.

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