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Umfrage: "Grünes Rezept" – von Apothekern akzeptiert

DÜSSELDORF (av/diz). Wenngleich die Apotheker den schlechten Informationsstand über das grüne Rezept in der Bevölkerung kritisieren, beurteilen sie es dennoch als ein wichtiges Instrument für die Medikation von Patienten mit nicht-verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage unter knapp 160 Apothekern, die von der Forschungsstelle für Arzneimitteldistribution am Institut für Handelsforschung im Auftrag von NORWIMA mbH/Apothekerverband Nordrhein e. V. durchgeführt wurde.

Das dem klassischen (roten) Rezept gleichende grüne Rezept wird seit Januar 2004 von Ärzten genutzt, um den Patienten diejenigen Medikamente zu "verschreiben", die seit Jahresbeginn nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden dürfen. Da Patienten häufig davon ausgehen, dass die nicht-erstattungsfähigen Präparate weniger wichtig und wirksam seien, kommt dem grünen Rezept vor allem eine psychologische Bedeutung zu, heißt es in einer Pressemitteilung der Forschungsstelle für Arzneimitteldistribution am Institut für Handelsforschung.

Zur Stabilisierung der OTC-Umsätze

Etwa 70% der befragten Pharmazeuten beteiligen sich aktiv an der Verbreitung der grünen Rezepte, die sie entweder selbst erwerben oder von der Industrie erhalten und an die ihnen bekannten Ärzte weiterleiten. Die repräsentative Stichprobe ergab, dass das grüne Rezept seit seiner Einführung einen Umsatzanteil von gut 2% und einen durchschnittlichen Brutto-Rezeptwert von 19,42 Euro erreichen konnte. Es trage somit zur Stabilisierung der OTC-Umsätze in der Apotheke bei.

Patienten nur ungenügend informiert

Während Apotheker und Mitarbeiter, aber auch Ärzte und Krankenkassen mit dem alternativen Rezept für nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel durchweg zufrieden sind, stößt es bei den Patienten teilweise auf Unmut. Ohnehin schon durch die höheren Zuzahlungen belastet, sind sie mangelhaft über den Sinn und Zweck des grünen Rezepts informiert, so die Umfrage. Sie zeigen sich verwundert, wenn der Apotheker sie auf die gesetzlichen Regelungen hinweist, dass sie die "verschriebenen" Präparate selbst zahlen müssen. Entsprechend deutlich schlägt den Apothekern die Unzufriedenheit der Patienten entgegen.

ABDA: Grünes Rezept auch als Merkhilfe

Auch nach Ansicht der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände – ABDA hat sich das grüne Rezept bewährt. Bislang seien 100 Millionen dieser Formulare gedruckt worden, bereits jeder zweite verordnende Arzt habe die Formulare in der Praxis zur Hand. Das grüne Rezept dient dem Patienten außerdem als Merkhilfe bezüglich Name, Wirkstoff, Darreichungsform und Packungsgröße. Außerdem könne es genutzt werden, um bei der Einkommensteuererklärung eine außergewöhnliche Belastung im Sinne der Abgabenordnung nachzuweisen.

Grundlage der Studie der Forschungsstelle für Arzneimitteldistribution am Institut für Handelsforschung stellt eine Apothekerbefragung dar, die im Sommer 2004 von der Forschungsstelle für Arzneimitteldistribution durchgeführt wurde. Die befragten Pharmazeuten äußerten ihre Meinung zum Einsatz des grünen Rezeptes und gaben spezifische Absatz- und Umsatzdaten an. Die komplette Studie unter dem Titel "Bedeutung und Akzeptanz des Grünen Rezeptes" kann zum Preis von 99,– Euro zzgl. Versandkosten bei der unten genannten Adresse bezogen werden (Erscheinungsdatum: Ende September).

Wenngleich die Apotheker den schlechten Informationsstand über das grüne Rezept in der Bevölkerung kritisieren, beurteilen sie es dennoch als ein wichtiges Instrument für die Medikation von Patienten mit nicht-verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage unter knapp 160 Apothekern, die von der Forschungsstelle für Arzneimitteldistribution am Institut für Handelsforschung im Auftrag von NORWIMA mbH / Apothekerverband Nordrhein e. V. durchgeführt wurde.

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