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Pädiatrie: Speichelprobe statt Blutentnahme

Angstvolle Blicke auf Nadeln zur Blutentnahme gehören in der Klinik für Kinder- und Jugendliche am Universitätsklinikum Erlangen in vielen Fällen der Vergangenheit an. Das Labor-Team setzt als Alternative zur Blutanalyse wenn möglich Speicheltests ein.

Die Eltern entnehmen ihrem Kind Speichel, der im Kliniklabor untersucht wird. Dieses Verfahren bietet sich vor allem bei der Bestimmung von Hormonen (z. B. Steroide, Peptide) oder auch Medikamenten an. Besonders bei den kleinen Krebspatienten der Kinderklinik hat sich die Speichelanalytik zur schnellen und eng gestaffelten Bestimmung von Zytostatika als echte Alternative zu Blutanalytik erwiesen. Aber auch Kinder mit Stoffwechselerkrankungen empfinden Erleichterung, wenn sie während der Therapiekontrolle nicht ständig zur Blutentnahme zum Arzt oder ins Krankenhaus kommen müssen.

Die Ängste, die kleine Patienten bei der herkömmlichen Blutentnahme ausstehen, sind nach Ansicht des Biologen Dr. Michael Gröschl ein oft vernachlässigtes Problem der Kinder- und Jugendmedizin. "Durch den Angststress können sich eine Reihe von zentralen Laborparametern drastisch verändern." Laborleiter und Chemiker Dr. Manfred Rauh kennt die Situation: "Die Folge solch fraglicher Werte ist bisher oft eine erneute Blutentnahme." Die Kinder würden diese Prozedur häufig als extrem unangenehme Angstsituation erleben.

Sehr wichtig sei es, die kleinen Patienten im Krankenhaus wie Kinder und nicht wie junge Erwachsene zu behandeln. "Die Blutentnahme bei Erwachsenen ist wenig problematisch, bei Kindern aber wegen des Angststresses und der geringen Blutvolumina häufig ein Problem", sagte Rauh. ral

Quelle: Pressemitteilung der Universität Erlangen

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