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Stottern: Stolpersteine im Kopf

Oft wird die Ursache für Stottern vorschnell auf Fehler in der Erziehung oder auf psychische Probleme geschoben. Die Ergebnisse, die Christine Weber-Fox und Anne Smith mit ihrem Team in verschiedenen Studien gesammelt haben, sagen etwas anderes: Demnach resultiert das Stottern aus einer komplexen Mischung verschiedener Faktoren, darunter motorisch, genetisch und sprachlich bedingte sowie neurologische Einflüsse.

In einer Reihe von Studien beantworteten Testpersonen jeweils ohne zu sprechen per Knopfdruck Fragen zu verschiedenen Sprachtests. Dabei wurde unter anderem die Gehirnaktivität von stotternden Teilnehmern mit der von Personen, die nicht stottern, verglichen. Die jüngste Studie der Purdue University befasste sich mit phonologischen Aspekten der Sprache. Den 22 Teilnehmern, von denen die Hälfte stotterte, wurden vier Variationen von Wortpaaren gezeigt: Worte, die sich ähnlich sehen und reimen, solche, die sich ähnlich sehen, aber nicht reimen, Worte, die sich weder ähnlich sehen noch reimen und schließlich Worte, die sich nicht ähnlich sehen, aber trotzdem reimen. Aufgabe war es – ohne zu sprechen – Reime zu identifizieren.

Bei drei der Varianten lagen die Personen, die stotterten, mit durchschnittlich etwa 350 Millisekunden gleichauf mit denen, die nicht stotterten. Lediglich bei den Wortpaaren, die sich ähnlich sehen, aber nicht reimen, war ihre Reaktionszeit auf 410 Millisekunden verzögert. Auffällig war bei der Identifizierung der Reime eine gesteigerte Aktivität in der rechten Hemisphäre des Gehirns bei den Probanden, die stotterten. Das könnte darauf hindeuten, dass die rechte, für die Sprache weniger wichtige Hemisphäre ein Defizit der linken Hemisphäre auszugleichen versucht. ah

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