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Verhütungsansatz: Den Reifeprozess der Eizelle stoppen

Amerikanische Forscher haben bei der Untersuchung genveränderter Mäuse einen neuen Ansatz für die Entwicklung eines Kontrazeptivums entdeckt. Bei den Tieren ist die Funktion eines Enzyms gestört, was dazu führt, dass der Reifeprozess ihrer Eizellen auf der letzten Stufe gestoppt wird.

Das Enzym hat normalerweise die Aufgabe, zyklisches Adenosinmonophosphat (cAMP) in der Eizelle abzubauen. cAMP reguliert im menschlichen Organismus eine außerordentlich große Anzahl zellulärer Prozesse. Aus Laboruntersuchungen ist bekannt, dass es unter anderem den Reifungsprozess von Eizellen stoppt. Bislang war allerdings unklar, ob cAMP diesen Effekt tatsächlich auch im Organismus bewirkt und wenn ja, mithilfe welcher Regulierungsmechanismen der Körper es schafft, Eizellen trotzdem vollständig ausreifen zu lassen. Diese Fragen können nun dank der im Journal of Clinical Investigation veröffentlichten Studienergebnisse zumindest auf Ebene des Tierversuchs beantwortet werden.

Die Studiendurchführenden züchteten Mäuse, in deren Erbgut sie ein Gen für das cAMP-abbauende Enzym ausschalteten. In der Folge sammelte sich der Botenstoff bei den Tieren in der Keimzelle an und verhinderte den letzten Reifeschritt. Die genveränderten Mäuse waren somit unfruchtbar, abgesehen davon jedoch gesund. Sie hatten auch einen normalen Monatszyklus, in dem ein Eisprung mit einer normalen Anzahl ausgestoßener Eizellen stattfand. Sollte sich dieser Effekt auf den Menschen übertragen lassen, wäre das betreffende Enzym ein vielversprechendes Ziel für die Entwicklung neuer Verhütungsmittel. Außerdem ist die Entdeckung auch ein wichtiger Schritt bei der Erforschung der Gründe für eine Unfruchtbarkeit bei Frauen und ein möglicher Ansatzpunkt für die Behandlung. ral

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