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Phagro beklagt Einbruch der Großhandelsspanne

FRANKFURT (ks). Nach Berechnungen des Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln hat der Pharmagroßhandel in den ersten fünf Monaten dieses Jahres bei Arzneimitteln, die der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) unterliegen, eine durchschnittliche Handelsspanne von 6,25 Prozent erzielt. Damit nimmt die Spanne seit Jahresbeginn kontinuierlich ab. Dies gab der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels e. V. (Phagro) am 19. Juli bekannt.

Die gesunkene Handelsspanne ist eine Konsequenz des GKV-Modernisierungsgesetzes, das durch eine Novellierung der AMPreisV zu einer Reduzierung der Großhandelsspanne um mehr als die Hälfte geführt hat. Da sich die Spanne des pharmazeutischen Großhandels als Monatswert von Januar bis Mai beständig verringert hat, geht der Verband davon aus, dass sich die Spannensituation im Jahresverlauf noch weiter verschlechtern wird. Im Mai 2004 erzielten die Phagro-Mitglieder nur noch eine Großhandelsspanne von 6,21 Prozent. Im europäischen Vergleich findet sich die Spanne des pharmazeutischen Großhandels in Deutschland am unteren Ende der Skala wieder, so der Verband.

Etwa 1,3 Mrd. Arzneimittelpackungen sendet der Großhandel jährlich an Apotheken aus. Er sichert dabei auch Monat für Monat die Vorfinanzierung der GKV-Ausgaben für Arzneimittel, wie der Phagro betonte. Doch für die Leistung des Großhandels müssten die Krankenkassen nun nur noch etwa vier Prozent ihrer Arzneimittelausgaben aufwenden. Der Rest der Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung fließe der pharmazeutischen Industrie, den Apotheken und durch die Mehrwertsteuer dem Finanzministerium zu. Der Phagro verwies darauf, dass die Ausgaben der Krankenkassen für die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel in diesem Jahr ca. dreimal so hoch sein werden wie ihre Ausgaben für die Arzneimittellogistik des Pharmagroßhandels.

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