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Bayer: Kauf des Consumer-Health-Geschäfts von Roche

BONN (im). Das Unternehmen Bayer mit Hauptsitz in Leverkusen hat den OTC-Bereich des Schweizer Konzerns Roche für 2,38 Milliarden Euro gekauft. Bayer will damit in die Gruppe der drei weltweit führenden Anbieter für verschreibungsfreie Arzneimittel aufsteigen, teilte das Unternehmen am 19. Juli in Leverkusen mit. Die Kartellbehörden müssen dem Kauf noch zustimmen.

Der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG, Werner Wenning, sprach von bedeutenden Synergien durch die Kombination der Geschäfte, die beiden Produkt-Paletten mit starken Marken ergänzten sich ideal. Bayer rechnet demnach mit einem weiter steigenden Gesundheitsbewusstsein der Menschen und einem wachsenden Interesse der Verbraucher an Selbstmedikation. Davon wolle man mit geeigneten nicht-verschreibungspflichtigen Präparaten profitieren.

Die Bayer HealthCare AG ist ein Teilkonzern der Bayer AG. Deren spezielle Sparte, die so genannte Division Consumer Care, und Roche Consumer Health verfügten jeweils über langjährige Erfahrung im Geschäft mit Markenprodukten, sagte Wenning. Zu den bekanntesten Marken zählen Aspirin®, Alka-Seltzer®, Canesten®, Midol® und One-A-Day® von Bayer sowie Aleve®, Bepanthen®, Berocca®, Redoxon®, Rennie® und Supradyn® von Roche.

Europazentrale zieht weg

Der Sitz der Europazentrale werde von Deutschland in die Schweiz in die Nähe von Basel verlegt. Die Zentren für Forschung und Entwicklung befinden sich zukünftig am Hauptsitz von Bayer Consumer Care in Morristown, USA, sowie im französischen Gaillard. Die Verlagerung in die Schweiz begründete Wenning mit dem größeren Europageschäft von Roche, das das Unternehmen einbringe.

Rezeptfreie Medikamente dürften künftig rund ein Drittel zum Umsatz der Pharmasparte Bayer HealthCare und etwa ein Zehntel zum Konzernumsatz beitragen, hieß es in einem Bericht der Zeitung "Handelsblatt" vom 20. Juli. Darin bewerteten Analysten die Übernahme überwiegend als strategisch richtiges Manöver, um den Teilkonzern Bayer HealthCare voranzubringen. Der Schweizer Konzern wiederum will mit dem Verkauf seiner OTC-Sparte seine Aktivitäten auf innovative Arzneimittel und Diagnostika konzentrieren, heißt es im Bericht weiter. Dem "Handelsblatt" gegenüber sprach der Vorstandschef von Roche, Franz B. Humer, vom "beachtlichen Wachstumspotenzial" dieser beiden Bereiche.

Neben der Ergänzung der nach eigenen Angaben guten Marktpositionen beider Unternehmen in Europa, Nord- und Latein-Amerika verbessert Bayer HealthCare durch die Übernahme seine Präsenz in der Region Asien-Pazifik. Die Transaktion soll bis zum Jahreswechsel abgeschlossen sein. Nach Einmalaufwendungen von 300 Millionen Euro erwartet Bayer eine Reduzierung des Gewinns pro Aktie (EPS) von rund 0,25 Euro in 2005 und positive Ergebnisbeiträge ab 2006. Das Synergiepotenzial wird auf bis zu 120 Millionen Euro pro Jahr geschätzt, das stufenweise innerhalb von drei Jahren realisiert werden soll.

Der Erwerb der OTC-Sparte von Roche soll durch "zur Verfügung stehende" Finanzmittel finanziert werden. Bayer verfügte zum Ende des ersten Quartals 2004 über flüssige Mittel von 2,6 Milliarden Euro. Im Kaufpreis von 2,38 Milliarden Euro sei der Erwerb des 50-prozentigen Roche-Anteils des 1997 gegründeten, gemeinsamen OTC-Joint-venture in den USA eingeschlossen. Dieses Geschäft sei im ursprünglichen Verkaufsangebot von Roche nicht enthalten gewesen, hieß es. Die fusionierten Geschäfte mit einem Gesamtumsatz von 2,4 Milliarden Euro und 6700 Mitarbeitern in 120 Ländern soll Gary Balkema führen, derzeit Leiter der Division Consumer Care von Bayer HealthCare mit Sitz in Morristown (USA).

Die Bayer HealthCare AG, ein Teilkonzern der Bayer AG, erzielte in 2003 einen Umsatz von etwa 8,9 Milliarden Euro und beschäftigt weltweit 34 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Roche in Basel, weltweit die Nummer eins auf den Gebieten Diagnostika und Onkologie, beschäftigt rund 65 000 Mitarbeiter in über 150 Ländern.

Das Unternehmen Bayer mit Hauptsitz in Leverkusen hat den OTC-Bereich des Schweizer Konzerns Roche für 2,38 Milliarden Euro gekauft. Bayer will damit in die Gruppe der drei weltweit führenden Anbieter für verschreibungsfreie Arzneimittel aufsteigen, teilte das Unternehmen am 19. Juli in Leverkusen mit. Die Kartellbehörden müssen dem Kauf noch zustimmen.

"Es ist unser erklärtes Ziel, unser OTC-Geschäft weiter auszubauen und die Nummer eins weltweit zu werden. Mit der Übernahme sind wir unserem Ziel einen großen Schritt näher gekommen." Werner Wenning, Vorstandsvorsitzender Bayer AG

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