Prisma

Mit einem "kleinen Feigling" gegen den Kater?

Die Party war rauschend, der Morgen danach jedoch ein einziger Alptraum Ų diesen Zusammenhang soll es nach dem Willen von amerikanischen Forschern künftig nicht mehr geben. Wie sie in der Fachzeitschrift "Archives of Internal Medicine" schreiben, lindert ein Extrakt aus der Kaktusfeige die nach Alkoholexzessen typischen Symptome des "Katers".

An 55 freiwilligen Studenten der Tulane University in New Orleans testeten Jeff Wiese und sein Team den Effekt eines Kaktusfeigenextrakts. Die Studienteilnehmer "durften" sich im Dienste der Wissenschaft vier Stunden lang bis zum Umfallen betrinken. Sie mussten sich lediglich entscheiden, mit welchem alkoholischen Getränk sie den Test durchführen wollten: Wodka, Gin, Rum, Bourbon, Scotch oder Tequila standen zur Wahl.

Fünf Stunden vor dem Trinkgelage bekamen die Versuchsteilnehmer entweder einen aus der Haut der Kaktusfeige gewonnenen Extrakt oder Plazebo. Außerdem erhielten alle vorher ein Abendessen als Grundlage für den Alkohol. Eine Stunde nach Ende der "Trinkphase" wurden die Alkoholwerte der Teilnehmer bestimmt, am darauffolgenden Morgen dann ihre Körperfunktionen kontrolliert sowie Blut- und Urinproben entnommen. Ob und in welchem Ausmaß die Studenten unter einem Kater litten, wurde anhand einer neun Punkte umfassenden Skala bestimmt.

Ergebnis: Der Extrakt aus der Kaktusfeige zeigte deutliche Wirkung. Diejenigen Studienteilnehmer, die den Extrakt erhalten hatten, litten unter signifikant weniger Kater-Symptomen als diejenigen, die Plazebo geschluckt hatten. Dies bestätigte sich auch in einem Folgeversuch, bei dem Verum- und Plazebogruppe vertauscht wurden. Als Freibrief für einen gesteigerten Alkoholkonsum wollen die Forscher ihre Ergebnisse allerdings nicht verstanden wissen. Vielmehr interessieren die dahinterliegenden pharmakologischen Effekte des Extrakts. Er ist offenbar in der Lage, Entzündungsprozesse, die für die Entstehung eines Katers die Basis bilden, deutlich zu reduzieren. ral

Literatur: Arch Intern Med 164, 1334 – 1340 (2004).

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.