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Krebstherapie: E. coli als Enzymshuttle

Wissenschaftler von Cancer Research UK gehen davon aus, dass eine gentechnisch veränderte Form von E. coli erfolgreich zur Bekämpfung von Krebszellen eingesetzt werden kann. Das Team um Georges Vassaux nutzt eine neutralisierte Version der Bakterien, um krebszerstörende Enzyme direkt in die Zellen einzuschleusen.

Die Wissenschaftler ergänzten die Bakterien mit dem Gen Invasin, das E. coli ermöglicht, die äußeren Zellschichten zu durchdringen. Zusätzlich wurde mit Listeriolysin O ein zweites Gen hinzugefügt, das die Bakterien anweist, ihre Fracht erst im Inneren der Zelle freizusetzen. Die so veränderten Bakterien wurden mit dem Enzym Purin Nucleosid Phosphorylase gekoppelt.

Dieses Enzym wandelt systemisch verabreichtes 6-Methylpurin-desoxyribosid (6MPDR) in das toxische 6-Methylpurin um – durch die Kopplung allerdings erst im Inneren von Krebszellen, was einen gezielten Angriff ermöglicht. Tests mit Mäusen ergaben, dass die Kombination von Bakterien und Prodrug das Tumorwachstum verlangsamt und eine große Anzahl von Krebszellen zerstört.

Vassaux erklärte in der Fachzeitschrift "Cancer Gene Therapy", dass es sehr schwer sei, bestimmte Formen therapeutischer Moleküle ins Innere von Krebszellen zu transportieren. Aus diesem Grund habe man sich für den Einsatz lebender Organismen entschieden. ral

Quelle: Cancer Gene Therapy 9 (5), 443 – 452 (2004)

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