Arzneimittel und Therapie

Therapie der akuten Rhinitis: Fixkombination pflegt die Nasenschleimhaut

Basistherapie einer akuten Rhinitis ist die lokale Applikation von α-Sympathomimetika. Einer erfolgreichen Abschwellung der Schleimhäute und Verringerung der Schleimsekretion steht jedoch das Risiko der Entstehung einer Rebound-Schwellung der Nasenschleimhaut entgegen, was letztlich zu einer irreversiblen Schleimhautschädigung führen kann. Der Einsatz einer Kombination aus dem vasokonstriktorisch wirksamen Xylometazolin und dem epithelprotektiven Dexpanthenol kann den Heilungsverlauf begünstigen und die Therapiedauer verkürzen, so dass die Gefahr der Entstehung einer Rhinitis medicamentosa minimiert wird.

Bei der akuten Rhinitis liegt eine Entzündung der Nasenschleimhaut vor, die insbesondere durch eine Nasenatmungsbehinderung bei verstärkter Rhinorrhö gekennzeichnet ist. Durch starke Einschränkung des Abwehrmechanismus der Nasenschleimhaut ist sie häufig Wegbereiter einer bakteriellen Infektion. Die geschwollene Nasenschleimhaut verhindert zudem die Belüftung der Nasennebenhöhlen. Eine nicht rechtzeitig eingeleitete Therapie kann zu katarrhalischen Entzündungen in den tieferen Atemwegen und in den Nasennebenhöhlen führen.

Rhinitis-Komplikationen verhindern

Um Komplikationen wie eine akute Sinusitis, eine Otitis media oder eine Tracheo-Bronchitis zu vermeiden, werden symptomatisch als Basistherapie wässrige Nasensprays mit einem α-Sympathomimetikum lokal appliziert. Zu diesen zählen insbesondere in 2-Stellung substituierte Imidazoline wie beispielsweise Naphazolin, Oxymetazolin, Tetryzolin, Tramazolin und Xylometazolin. Deren engstellende Wirkung auf die Gefäße führt zu einem raschen Abschwellen der Nasenschleimhaut und ermöglicht so eine Belüftung der Nase sowie der Nasennebenhöhlen.

Weitere Grundprinzipien der konservativen Behandlung sind eine Schmerzstillung mit systemischen Antiphlogistika (z. B. Paracetamol, Acetylsalicylsäure, Ibuprofen), eine Sekretolyse mit beispielsweise Cineol oder Acetylcystein) sowie eine antibakterielle Therapie mit einem kalkulierten Einsatz von Antibiotika beim Auftreten von Komplikationen oder einer persistierenen purulenten Rhinitis von länger als sieben Tagen. Begleitende physikalische Maßnahmen wie eine Dampfinhalation, Rotlicht oder Spülungen mit isotonischer Kochsalzlösungen werden unterstützend empfohlen.

Vasokonstriktorische Basistherapie birgt Risiken

Nachteil einer lang andauernden Monotherapie mit α-Sympathomimetika über sieben Tage oder einer überdosierten Anwendung topischer Vasokonstriktoren ist, dass sich Gewöhnungseffekte wie z. B. eine Rhinitis medicamentosa bzw. ein Rebound Effekt einstellen können. Neben einer Austrocknung, Atrophie und Borkenbildung kann das Epithel der Nasenschleimhaut irreversibel geschädigt werden.

Synergistische Wirkung hilft der Schleimhaut

Um die Gefahr dieser unerwünschten Wirkungen des α-Sympathomimetikums auf die Schleimhaut zu reduzieren, wurde eine Fixkombination aus Xylometazolin und dem antiinflammatorisch und epithelprotektiv wirkenden Dexpanthenol (Nasic® für Kinder/Nasic® Lösung als Nasenspray) entwickelt. Durch die Kombination der beiden Substanzen ergeben sich synergistische Effekte, die dazu beitragen, den Heilungsprozess zu beschleunigen.

Die Überlegenheit der Kombination ist auf den epithelprotektiven Effekt des Dexpanthenols bei lokaler Anwendung auf der Nasenschleimhaut zurückzuführen. Der wundheilfördernde Effekt des Dexpanthenols führt zu einer Verminderung der Entzündung und damit zu einer Reduktion der Nasenatmungsbehinderung und Sekretion und ergänzt so die vasokonstriktorische Wirkung von Xylometazolin.

Wirksamkeit der Kombinationstherapie nachgewiesen

Um die synergistischen Effekt von Dexpanthenol an ambulanten Patienten mit einer akuten Rhinitis nachzuweisen, wurde die Wirkstoffkombination Dexpanthenol plus Xylometazolin mit der Monosubstanz Xylometazolin direkt verglichen. In zwei Untersuchungsgruppen wurden je 76 Patienten aufgenommen, von denen 151 die Studie gemäß Prüfplan beendeten.

Als Dosierung wurden beide Medikationen dreimal täglich als Sprühstoß von je 100 µl mit 5 mg Dexpanthenol und 0,1 mg Xylometazolin oder nur 0,1 mg Xylometazolin in jedes Nasenloch appliziert. Die Beobachtungsdauer betrug fünf Tage. Geprüft wurde im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf die Wirksamkeit anhand der Leitsymptome "Nasenatmungsbehinderung", "Rhinorrhö", "Rötung der Nasenschleimhaut" und "Nasenmuschelhyperplasie".

Aus der Bewertung dieser Leitsymptome anhand eines 5-stufigen Scores wurde der Symptomen-Summen-Score gebildet. Dieser als primärer Hauptzielparameter definierte Symptomen-Summen-Score war vor Beginn der Therapie im Mittel in den beiden Gruppen etwa gleich groß.

Effektiv und schnell wirksam

Bereits nach drei Tagen zeigte sich ein signifikanter Wirkunterschied. Der Unterschied der Verbesserung erwies sich als klinisch relevant und statistisch signifikant. Die Ergebnisse der Doppelblindstudie zeigen, dass die Wirkstoffkombination von Dexpanthenol und Xylometazolin der Monosubstanz überlegen ist. Die Kombinationstherapie verringert aufgrund des raschen Heilungsprozesses sowie der epithelprotektiven Wirkung die Gefahr einer Entzündung der tieferen Luftwege und der Nasennebenhöhlen.

Durch die kürzere Behandlungszeit wird auch das Risiko einer Rhinitis medicamentosa minimiert. Hervorzuheben ist auch, dass der Zusatz von Dexpanthenol zu einer verbesserten Verträglichkeit führt und somit einer bessere Compliance beim Patienten erwarten lässt.

Quelle

Prof. Dr. Wolfgang Elies, Bielefeld; Dr. Uwe Sonnemann, Hamburg; Dr. Uwe Dethlefsen, Aachen: Pressekonferenz "Nasic® – Fortschritt in der Therapie der akuten Rhinitis. Neue Doppelblindstudie nach den EBM-Kriterien", Hamburg, 15. Januar 2004, veranstaltet von der Cassella-med GmbH, Köln.

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