Private Krankenversicherung: Für individuellen Schutz

Die zum 1. Januar 2004 in Kraft getretene Gesundheitsreform bringt es einmal mehr ans Licht: Der Sozialstaat ist krank. Seinen Zustand zu verbessern erhofft sich die Bundesregierung mit den eingeführten Änderungen. Allerdings bedeutet diese Entwicklung im Gegenzug für gesetzlich Versicherte erneute Einschnitte und Leistungskürzungen. Jeder erste Arztbesuch im Quartal wird mit einer Praxisgebühr von zehn Euro quittiert, Sterbe- und Entbindungsgeld sind gestrichen und die Beteiligung der Krankenkassen an Sehhilfen und Brillen fällt in der Regel ebenfalls weg. Nur einige Beispiele, die unterstreichen, dass der gesetzliche Krankenschutz immer weiter bröckelt. Und die eingeführten Neuerungen sind mit großer Sicherheit noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

Mitglieder gesetzlicher Krankenversicherungen sollten sich spätestens nach den neuesten Änderungen im Gesundheitswesen Gedanken machen, wie sie sich mit privater Vorsorge bessere Leistungen im Krankheitsfall sichern. Wer ausschließlich auf gesetzlichen Schutz vertraut, für den könnte bei der weiter erwarteten Entwicklung die eigene Gesundheit zum Luxus werden. Es gilt gerade jetzt einen Wechsel in die private Krankenversicherung genau zu prüfen, um sich einen individuellen Schutz mit besseren Leistungen zu sichern. Für Personen, denen eine private Krankenkasse nicht offen steht, bieten sich interessante Zusatzversicherungen an, um Defizite auszugleichen", so ein Versicherungsexperte des Allgemeinen Wirtschaftsdienstes (AWD). Leistungskatalog selbst zusammen- stellen Arbeitnehmer mit einem monatlichen Bruttogehalt von mindestens 3 862,50 Euro sowie Freiberufliche, Selbstständige und Beamte haben die Option, in eine private Krankenversicherung zu wechseln. Von Vorteil ist die Möglichkeit, aus zahlreichen Varianten die persönlich sinnvollste zusammenzustellen. So entsteht ein individueller Leistungskatalog, der einen optimalen Schutz bietet. Bei der Wahl der Versicherungsgesellschaft sollte nicht nur die reine Beitragshöhe entscheiden, sondern das gesamte Preis-Leistungs-Verhältnis verglichen werden. Ein weiterer Faktor ist die Beitragsentwicklung in der Vergangenheit. Daran erkennen Interessierte, ob die Gesellschaften durch stetige Preiserhöhungen auffallen oder sich durch eine maßvolle Beitragspolitik empfehlen. Permanent steigende Ausgaben im Gesundheitswesen hinterlassen zwar bei sämtlichen privaten Krankenversicherungen ihre Spuren, aber dennoch sind enorme Beitragsunterschiede zwischen den anbietenden Gesellschaften festzustellen. Faktoren wie Umfang der Leistungen, Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand bestimmen die Höhe des Beitragssatzes. Je gesünder man bei Abschluss der Police ist, desto geringer ist die monatliche Zahlung. Nicht zuletzt deshalb wird empfohlen, möglichst in jungen Jahren, sobald das entsprechende vorgeschriebene Einkommen erreicht ist, eine private Krankenversicherung der gesetzlichen vorzuziehen. Selbstbeteiligung senkt Beitragshöhe Eine Selbstbeteiligung wirkt sich Beitrags senkend aus. Wie günstig der Beitrag wird, entscheidet die Höhe der Selbstbeteiligung. Hier gilt die Faustformel: Je höher der Eigenanteil, desto niedriger der Beitrag. Doch nicht für jeden rentiert sich ein hoher Selbstbehalt. Angestellte erhalten zwar vom Arbeitgeber die Hälfte des Beitrags, aber keine Beteiligung beim Eigenanteil. Bei Selbstständigen lohnt es sich am ehesten, da sie den kompletten Beitrag aus eigener Tasche zahlen. Prinzipiell muss von Fall zu Fall geprüft werden, welches Versicherungsmodell geeignet ist. Angebote einholen und beraten lassen Versicherungsexperten empfehlen: Um am Ende die beste Variante zu wählen, sollten mehrere Angebote eingeholt und verglichen werden. Da die Thematik sehr komplex und von langfristig großer persönlicher Bedeutung ist, empfiehlt es sich unbedingt, die Unterstützung eines kompetenten Beraters in Anspruch zu nehmen. Auf eigene Faust die beste Lösung zu finden, bedarf einer sehr zeitaufwendigen Recherche und guter Fachkenntnisse. Gesetzlich Versicherten, denen der Eintritt in eine private Krankenversicherung nicht möglich ist, stehen Zusatzpolicen offen. Sie sind eine solide Ergänzung und bieten Leistungen an, die sonst nicht verfügbar wären. Nur so entstehen für Kassenpatienten Ansprüche auf Chefarztbehandlung, Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus oder Zuzahlungen bei Sehhilfen.

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